Begnadigter Januar‑6‑Täter in Virginia wegen Einbruchs zu sieben Jahren Haft verurteilt
Zachary Alam, zuvor wegen Beteiligung am Sturm aufs Kapitol verurteilt und 2025 von Präsident Trump begnadigt, wurde in Virginia nach einer Einbruchsverurteilung zu sieben Jahren Haft verurteilt; Teile der Strafe setzte der Richter zur Bewährung aus.
Nach Angaben lokaler Gerichtsakten ist Zachary Alam, ein verurteilter Teilnehmer des Angriffs auf das US‑Kapitol am 6. Januar 2021, in Henrico County, Virginia, zu einer siebenjährigen Freiheitsstrafe verurteilt worden. Eine Jury hatte ihn im Oktober des Vorjahres wegen Einbruchs in ein bewohntes Haus und schweren Diebstahls schuldig gesprochen.
Im Mittelpunkt des Falls steht ein Einbruch, der Ermittlern zufolge am 8. Mai 2025 stattfand. Bewohner des Hauses trafen demnach auf Alam, der sich als Techniker ausgab; kurz darauf entfernte er sich mit Elektronik und Schmuck. Die Polizei nahm ihn in einer benachbarten Straße fest, nachdem Zeugen ihn als den Eindringling identifiziert hatten.
Richter Randall G. Johnson verhängte ursprünglich für jede Verurteilung Haftstrafen von bis zu 20 Jahren. Er setzte jedoch die gesamte Strafe wegen des Diebstahls sowie 13 Jahre der Strafe wegen des Einbruchs zur Bewährung aus, sodass letztlich sieben Jahre Freiheitsentzug verbleiben. Zusätzlich ordnete das Gericht für jede Verurteilung eine Bewährungszeit von 20 Jahren nach der Haft an.
Alam war zuvor in Bundesverfahren wegen seiner Rolle beim Kapitolsturm zu einer achtjährigen Freiheitsstrafe verurteilt worden und hatte fast vier Jahre im Gefängnis verbracht. Präsident Donald Trump begnadigte ihn im Januar 2025 zusammen mit rund 1.500 weiteren Anhängern. Die Staatsanwaltschaft in Henrico erklärte, diese Begnadigung habe Alam zu der Überzeugung verleitet, das Gesetz gelte nicht für ihn.
Zugleich legten Staatsanwälte dem Gericht eine aufgezeichnete Telefonaufnahme vor, in der Alam seine Überzeugung ausdrückt, beim Kapitolsturm das Richtige getan zu haben. In dem früheren Bundesverfahren war er unter anderem wegen Körperverletzung von Vollstreckungsbeamten und weiterer Anklagepunkte verurteilt worden; Zeugenaussagen beschrieben ihn als aktiv an vorderster Front des Mobs beteiligt.
Die Verurteilung in Henrico gilt als einer der ersten Fälle, in denen ein begnadigter Teilnehmer des Kapitolsturms auf staatlicher Ebene erneut strafrechtlich belangt und zu einer mehrjährigen Haftstrafe verurteilt wurde. Der Fall hebt die Spannungen hervor, die entstehen, wenn bundesrechtliche Entscheidungen und staatliche Strafverfolgung aufeinandertreffen.