Keine Ausschreibung: 6,9‑Mio.-Dollar‑Auftrag zur Blau-Färbung des Reflecting Pool an Firma mit Trump‑Verbindungen
Der Sanierungsauftrag zur Blau-Färbung des Reflecting Pool am Lincoln Memorial wurde ohne Wettbewerb vergeben – an eine Firma, die zuvor an einer Golfanlage des Präsidenten gearbeitet haben soll.
- Kritiker bemängeln mangelnde Transparenz
- Fachleute zweifeln, dass Farbe Algenwachstum und Lecks dauerhaft behebt.
Nach Angaben aus den vorliegenden Berichten erhielt eine Firma den 6,9‑Mio.-Dollar-Auftrag zur Renovierung und Blau-Färbung des Reflecting Pool per Direktvergabe, ohne dass ein offenes Bieterverfahren stattfand. Die Entscheidung hat öffentliche und fachliche Kritik ausgelöst, zumal das beauftragte Unternehmen früher Arbeiten an der Golfanlage des Präsidenten ausgeführt haben soll. Beobachter sehen in der Vergabe Hinweise auf Begünstigung und bemängeln das Fehlen transparenter Kontrollmechanismen.
Im Mittelpunkt der Diskussion steht nicht nur die Vergabepraxis, sondern auch die technische Wirksamkeit der Maßnahme. Das Becken, das seit seiner Anlage 1922 wiederholt unter Algenproblemen leidet, wurde bereits mehrfach untersucht und instand gesetzt. Frühere Sanierungen kosteten nach Angaben mehr als 35 Millionen Dollar, konnten das Problem aber nicht dauerhaft beseitigen. In den vergangenen Jahren wurde unter anderem zeitweise auf jährliches Entleeren und Wiederauffüllen gesetzt, um zumindest vorübergehend Klarheit zu erzielen.
Zugleich besteht ein fortdauerndes Wasserverlustproblem: Schätzungsweise gehen jährlich rund 16 Millionen Gallonen verloren, was Reparatur‑ und Ersatzkosten für den National Park Service und damit für die Steuerzahler zur Folge hat. Fachleute verwiesen darauf, dass eine reine Farbschicht die grundlegenden Probleme der Filtration und Abdichtung nicht adressiere. Ein Vorsitzender eines einschlägigen Fachgremiums äußerte Skepsis, ob ein Anstrich die wiederkehrenden Algenblüten und den massiven Wasserverlust nachhaltig beheben kann.
Daneben kritisierten Umwelt- und Verwaltungsvertreter die Intransparenz der Vergabe. Der Executive Director von Public Employees for Environmental Responsibility bewertete die Vorgehensweise als undurchsichtig und sah darin eine Bevorzugung nahestehender Unternehmen ohne angemessene öffentliche Kontrolle. Die Verwaltung hingegen betonte den schnellen Abschluss des Projekts und erklärte, das Ergebnis werde das Wahrzeichen in einen besseren Zustand versetzen.