JKCM News
Startseite
Amerika

Bergung beginnt nach Einsturz von Chemietank in Washington – neun weiter vermisst

Nach der Implosion eines Tanks in einer Papierfabrik bei Longview suchten Einsatzkräfte zunächst nach Überlebenden, stellten den Einsatz dann aber auf Bergung um; zwei Tote sind bestätigt, neun Personen werden weiterhin vermisst.

JKCM News Redaktion 2 Min Lesezeit
Titelbild: Bergung beginnt nach Einsturz von Chemietank in Washington – neun weiter vermisst
Einsatzkräfte suchten am Mittwoch vorsichtig nach Opfern, nachdem ein Tank mit einer ätzenden Chemikalienmischung geplatzt war.

Nach Angaben der Einsatzkräfte wurden die Bergungsarbeiten in der Nippon Dynawave Packaging-Fabrik in Longview, Washington, am Mittwoch aufgenommen, nachdem die Suche zuvor wegen Bedenken an der Stabilität des beschädigten Tanks pausiert hatte. Ein Feuerwehrbeamter erklärte, die Arbeiten würden langsam, methodisch und mit hoher Vorsicht durchgeführt, um die Sicherheit der Rettungskräfte zu gewährleisten.

Zugleich operieren Einsatzteams in Chemikalienschutzkleidung; geborgene Personen sollen vor dem Abtransport dekontaminiert werden. Die Feuerwehr betonte, die Priorität liege auf dem Schutz der Einsatzkräfte und der würdevollen Behandlung der Opfer. Behörden gaben an, dass es keine Hoffnung auf weitere Überlebende gebe und der Einsatz offiziell von Rettung auf Bergung umgestellt worden sei.

Im Mittelpunkt steht nun auch eine laufende Untersuchung des Vorfalls: Das US Chemical Safety and Hazard Investigation Board (CSB) entsendet ein Team, um die Ursache der Implosion zu klären. Die genaue Ursache des Tankbruchs ist noch unbekannt. Behörden versicherten zugleich, es bestehe derzeit keine unmittelbare Gefährdung für die Gemeinde entlang des Columbia River, gleichzeitig laufen Prüfungen zu möglichen Umweltfolgen.

Daneben ergaben Proben, dass nach dem Bruch Flüssigkeit in einen Entwässerungsgraben gelangt und Verunreinigungen in den Fluss getragen wurden; tote Karpfen wurden gefunden. Die Washington State Department of Ecology und die US-Umweltschutzbehörde koordinieren Tests und Maßnahmen zur Einschätzung ökologischer Auswirkungen. Die Bevölkerung wurde angewiesen, Gräben und Deiche zu meiden, während Wasserproben ausgewertet werden.

Die Anlage in Longview beschäftigt etwa 1.000 Menschen und produziert verschiedene Papierwaren sowie Verpackungsmaterial. Behörden gaben an, der Tank habe ursprünglich rund 600.000 Gallonen der als ‚white liquor‘ bekannten Lauge enthalten; nach dem Schaden befanden sich noch etwa 25.000 Gallonen im Behälter, die langsam austreten sollen. Frühere, nicht mit dem Vorfall verbundene Sicherheitsbeschwerden gegen das Werk waren bereits bei der Arbeitsaufsicht eingereicht worden.