Historisch starkes El Niño wird zunehmend wahrscheinlich — hohe Chancen auf weitreichende Wetterwirkungen
Modelreihen sehen hohe Wahrscheinlichkeit für einen sehr starken El Niño 2026, der weltweite Extreme wie Hitze, Dürre und heftige Niederschläge verstärken könnte.
- Analyse des US-Wetterdienstes: 81% Chance für einen der stärksten El Niño seit 1950
- 97% Wahrscheinlichkeit für Fortbestand bis Frühling 2027.
Die Kernentwicklung: Modelle des US-Wetterdienstes zeigen eine deutlich gestiegene Wahrscheinlichkeit, dass sich 2026 ein sehr starker El Niño bildet, der zu den stärksten Ereignissen seit Beginn der Aufzeichnungen 1950 zählen würde. Die Modellläufe geben demnach eine 81-prozentige Chance für das Auftreten eines solchen starken Ereignisses noch vor Jahresende und eine 97-prozentige Wahrscheinlichkeit, dass dessen Bedingungen bis in den Frühling 2027 anhalten.
Im Mittelpunkt stehen ungewöhnlich hohe Meeresoberflächentemperaturen im zentralen und östlichen tropischen Pazifik, die bereits Rekordwerte für den jeweiligen Kalendertag erreicht haben. Solche Abweichungen verändern großräumig atmosphärische Strömungsmuster und Jetstreams, verschieben Niederschlagsschwerpunkte und können regional zu mehr Stürmen sowie zu ausgeprägter Trockenheit führen.
Daneben verschärfen sich globale Grundbedingungen, auf denen ein starker El Niño aufsetzen würde. Der Juni 2026 ging in Teilen Westeuropas als bislang heißester Monat in die Aufzeichnungen ein, begleitet von mehr als 3.700 überschüssigen Todesfällen in betroffenen Ländern. In den USA meldeten 20 Bundesstaaten Anfang Juli Temperaturen über 38°C; Hitze, Feuergefahr und zahlreiche großflächige Brände sind derzeit ein akutes Problem, wobei bereits Millionen Acres verbrannter Fläche registriert wurden.
Die projektierten Verschiebungen der Niederschlagsmuster haben deutliche regionale Implikationen. Typische Folgen starker El-Niño-Phasen sind Dürre und Hitze in Australien, Teilen Afrikas, Indien und Teilen Südamerikas, während die südliche US-Zone sowie Teile des Nahen Ostens und Südzentralasiens verstärkte Niederschläge erleben könnten. Jede El-Niño-Phase weist allerdings eigene Charakteristika auf, sodass lokale Effekte stark variieren können.
Unterdessen macht die aktuelle Lage deutlich, wie verwundbar Regionen gegenüber Verschiebungen im Klimasystem sind. Die angekündigten Wahrscheinlichkeiten der Modelle liefern Planungsanreize für Anpassungs- und Vorsorgemaßnahmen, weil die erwarteten Muster von Hitze, Trockenheit und Starkniederschlägen direkte Folgen für Gesundheit, Landwirtschaft und Infrastruktur haben können.