Bergungsarbeiten beginnen für neun Vermisste nach Tank‑Implosion in Washington
Nach der tödlichen Implosion eines Chemietanks in einer Papierfabrik haben Einsatzkräfte die Suche eingestellt und die Arbeiten in Longview auf Bergung umgestellt; zwei Menschen starben, neun weitere werden weiterhin als vermisst und nicht überlebensfähig betrachtet.
- Rettungsteams leiteten Bergungsmaßnahmen ein, nachdem eine Verzögerung wegen Einsturzgefahr aufgehoben wurde
- die US‑Chemiesicherheitsbehörde CSB leitete eine Untersuchung ein.
Nach Angaben der Feuerwehr von Longview begannen die Bergungsarbeiten am Mittwoch, nachdem die Suche nach möglichen Überlebenden am Dienstag eingestellt worden war. Ein Verletzter, der nach dem Vorfall ins Krankenhaus gebracht worden war, erlag später seinen Verletzungen; insgesamt gelten neun Personen weiterhin als vermisst und nicht mehr als lebend auffindbar.
Zugleich erklärten Einsatzkräfte, die Verzögerung der Bergung sei durch die Sorge um die strukturelle Stabilität des beschädigten Tanks bedingt gewesen. Die Feuerwehr betonte, die Arbeiten würden nun langsam, methodisch und mit größter Vorsicht durchgeführt. Gefundene Opfer sollen vor dem Abtransport dekontaminiert werden; Einsatzkräfte arbeiten in chemischer Schutzkleidung, um ihre eigene Sicherheit zu gewährleisten und Kontaminationen zu vermeiden.
Im Mittelpunkt der Ermittlungen steht das US Chemical Safety and Hazard Investigation Board (CSB), das ein Team an den Unfallort entsenden will, um die tödliche Implosion zu untersuchen. Die genaue Ursache des Unglücks ist bislang unklar; der betroffene Tank enthielt die sogenannte white liquor, eine Laugenmischung aus Natronlauge und Natriumsulfid, die in der Papierherstellung zur Aufschlussbehandlung von Holz verwendet wird.
In der unmittelbaren Folge des Tankbruchs gelangten Rückstände der Lauge in einen Entwässerungsgraben, und Proben ergaben, dass Verunreinigungen in den Fluss gelangt sind. Tote Fische wurden gefunden; Behörden forderten die Bevölkerung auf, Dämme und Gräben zu meiden, betonten jedoch, dass es bislang keine Hinweise auf Beeinträchtigungen der Trinkwasserversorgung oder der Luftqualität in Longview gebe. Zuständige Umweltbehörden überwachen die Lage und koordinieren weitere Probenahmen.
Der Unfall ereignete sich in einem ausgedehnten Papierwerk, das nach Angaben der Betreiber mehrere hundert Menschen beschäftigt und Produkte wie Verpackungspapier herstellt. Zwar seien dem Unternehmen in der Vergangenheit kleinere Verstöße gegen Arbeitsschutzauflagen vorgeworfen worden, doch die zuständige Behörde wies darauf hin, dass frühere Beschwerden nicht im Zusammenhang mit dem aktuellen Unglück stünden. Unterdessen ist in der Gemeinde Bestürzung zu spüren; Anwohner versammelten sich zu einer Mahnwache, um der Opfer zu gedenken.