Black women in Georgia turn to midwives for safer births – so why does the state criminalize many of them?
Eine Klage will die Strafbarkeit von nichtpflegebasierten Hebammen in Georgia aufheben, nachdem zahlreiche Geburtsversorger abgewandert sind und Versorgungslücken bestehen.
Nach Angaben der Klägerinnen haben sich drei Hebammen zusammengetan, um vor Gericht gegen Georgias enge Regeln für die Geburtshilfe vorzugehen. Die jüngst eingereichte Klage zielt darauf ab, bestimmte klinische Tätigkeiten nicht‑pflegebasierter Hebammen zu entkriminalisieren und die Pflicht zur ärztlichen Aufsicht für zertifizierte Pflegehebammen aufzuheben.
Im Mittelpunkt des Verfahrens steht Tamara Taitt, die 2023 das Atlanta Birth Center übernahm und als national akkreditierte Hebamme geführt wird. Georgia lässt derzeit nur zertifizierten Pflegehebammen (certified nurse‑midwives) eine legale Praxis zu; direkteinstiegene Hebammen wie zertifizierte professionelle Hebammen (CPM) und traditionelle Gemeindehilfen haben keinen Zulassungsweg. Nach geltendem Recht dürfen Hebammen außerhalb der zugelassenen Kategorie keine routinemäßigen Vorsorgeuntersuchungen durchführen, keine Vitalparameter messen und keine Geburten betreuen – Verstöße können mit Geldbußen bis zu 1.000 US‑Dollar oder sogar Haft geahndet werden.
Gleichzeitig werfen die Klägerinnen geltende Gesetze vor, den Zugang zur Versorgung weiter zu verknappen, obwohl Georgia unter einem erheblichen Mangel an Geburtsversorgern leidet. Demnach verfügt etwa die Hälfte der Countys nicht über geburtshilfliche Angebote, und zahlreiche Entbindungseinheiten wurden seit 1994 geschlossen. Anwälte der Klägerinnen argumentieren, dass das Verbot vieler Hebammenpraktiken besonders schwarze Frauen trifft; Vertreterinnen von Interessenverbänden machten geltend, dass schwarze Mütter in Georgia mehr als doppelt so häufig an Komplikationen sterben wie weiße Mütter.
Nach dem Schritt in die Gerichte fordern die Klägerinnen nicht nur die Entkriminalisierung, sondern auch die Aufhebung von Aufsichtspflichten, die Hebammen an ärztliche Kontrolle binden. Sie berichten, dass restriktive Gesetze Anbieterinnen in andere Staaten gedrängt haben und sie daran hindern, Familien in ihrer Gemeinde umfassend zu betreuen. Befürworterinnen berufen sich auf Erkenntnisse, wonach Hebammenbetreuung mit weniger unnötigen Interventionen und besseren Ergebnissen für Mütter und Neugeborene verbunden sein kann.
Daneben betonen die Klägerinnen, dass parlamentarische Versuche, die Lizenzregelung zu reformieren, über Jahre gescheitert sind. Die Klage stellt demnach den bislang schärfsten juristischen Vorstoß dar, um die bestehende Rechtslage in Georgia aufzuheben und so den Zugang zu einer breiteren Palette qualifizierter Hebammenversorgung wiederherzustellen.