Brasilianische Zentralbank verbietet Stablecoin‑Abwicklung für grenzüberschreitende Zahlungen
BCB-Resolution 561 untersagt eFX‑Anbietern, Stablecoins, Bitcoin oder andere Kryptoassets zur Abwicklung grenzüberschreitender Zahlungen zu nutzen; Regel tritt am 1. Oktober in Kraft, Anpassungsfristen laufen bis 2027.
Nach Angaben der brasilianischen Zentralbank verbietet Resolution 561 eFX‑Anbietern die Nutzung von Stablecoins, Bitcoin und anderen Kryptowährungen zur Abwicklung grenzüberschreitender Zahlungen. Die Vorschrift ergänzt das bestehende eFX‑Regime und wurde formell veröffentlicht; die operative Wirkung beginnt am 1. Oktober dieses Jahres, wobei Übergangsfristen für betroffene Anbieter bis ins Jahr 2027 gelten.
Im Mittelpunkt der Regel steht die Vorgabe, dass Zahlungen zwischen einem eFX‑Anbieter und dessen ausländischem Kontrahenten entweder über ein klassisches Devisengeschäft oder über ein in Brasilien geführtes Nicht‑Residenten‑Konto in Real laufen müssen. Das bedeutet konkret: Anbieter dürfen Reais von Kunden nicht mehr in USDT, USDC oder Bitcoin umwandeln, um die Überweisung anschließend über eine Blockchain abzuwickeln. Ziel der Maßnahme ist die Schließung der bisher von regulierten Firmen genutzten Backend‑Schiene für Remittance‑ und Zahlungsflüsse, während der Handel mit Kryptoassets für Privatkunden unberührt bleibt.
Gleichzeitig legt die Resolution fest, welche Institute als eFX‑Anbieter zugelassen sind: Banken, die Caixa Econômica Federal, Wertpapier‑ und Devisenmakler sowie Zahlungsinstitute, die als E‑Geld‑Emittenten oder Acquirer fungieren. Firmen, die bislang ohne diese Autorisierung operierten, können ihren Betrieb vorläufig fortsetzen, müssen jedoch bis zum 31. Mai 2027 eine Zulassung beantragen, Kundengelder in segregierten Konten verwahren und monatliche, detaillierte Berichte vorlegen.
Daneben richtet sich die Regel gezielt gegen Geschäftsmodelle, die bereits Stablecoin‑Abwicklung in grenzüberschreitende Flüsse integriert hatten. Als Beispiele werden Unternehmen genannt, die Netzwerke wie Ripple nutzten oder selbst einen real‑gedeckten Stablecoin ausgegeben hatten. Nach Angaben der Steuerbehörde bewegt der heimische Kryptomarkt monatlich sechs bis acht Milliarden US‑Dollar, wobei Stablecoins etwa 90 Prozent des Volumens ausmachen; Brasilien belegte 2025 den fünften Platz weltweit bei der Krypto‑Adoption.
Zugleich erweitert Resolution 561 das eFX‑Regime in begrenztem Umfang: Anbieter dürfen künftig Transfers bearbeiten, die mit Finanz‑ und Kapitalmarktgeschäften in Brasilien oder im Ausland verbunden sind, jedoch mit einer Obergrenze von 10.000 US‑Dollar pro Transaktion. Damit ordnet die Maßnahme die Struktur regulierter Auslandszahlungen neu, ohne den regulierten Handel und die Verwahrung von Kryptoassets für Endanleger zu verbieten.