Britische Regierung genehmigt Verkauf der Telegraph an Axel Springer
Die Kulturministerin verzichtet auf Eingreifen; Axel Springer bezahlt 575 Millionen Pfund und verspricht, die redaktionelle Unabhängigkeit zu respektieren.
Nach Angaben der britischen Regierung hat das Kultusministerium am Dienstag der Übernahme der Tageszeitung The Telegraph durch den deutschen Medienkonzern Axel Springer zugestimmt. Kulturministerin Lisa Nandy erklärte, sie sei »not minded to intervene«; Wettbewerbssorgen und Fragen zum Auslandsbesitz rechtfertigten demnach keine staatliche Eingriffspraxis.
Zugleich endet damit ein monatelanger Übernahmestreit: Axel Springer hatte Ende März angekündigt, 575 Millionen Pfund in bar für die gedruckte und digitale Ausgabe der Telegraph-Mediengruppe zu zahlen. Der Schritt beendet eine Phase wiederholter Prüfungen und konkurrierender Angebote, nachdem die Regierung im Februar eine Untersuchung eines zuvor vereinbarten Verkaufs an den Eigentümer der Daily Mail wegen Wettbewerbsbedenken eingeleitet hatte.
Im Mittelpunkt der Mitteilung stand ein Bekenntnis zu Investitionen in Qualität und Wachstum. Axel-Springer-Chef Mathias Döpfner sagte, das Unternehmen werde erheblich in die journalistische Exzellenz und das internationale Wachstum der Telegraph-Gruppe investieren. Er betonte zugleich, die Zeitung werde Teil eines globalen Netzwerks bleiben, das unabhängige Berichterstattung fördere, und ihre eigenständige redaktionelle Stimme sowie britische Identität bewahren.
Daneben blieb die Mitteilung in Details zurückhaltend: Konkrete Zusagen zur redaktionellen Struktur, zur Personalplanung oder zu organisatorischen Veränderungen nannte die Erklärung nicht. Die Zustimmung der Regierung macht allerdings eine zuvor laufende Untersuchung gegenstandslos und markiert einen entscheidenden Moment im langwierigen Eigentumswechsel, der den Titel über Jahre hinweg in eine Reihe von Übernahmeversuchen geführt hatte.