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Bulgaren wählen: Pro‑russischer Ex‑Präsident Rumen Radev führt in Umfragen

Achter Urnengang in fünf Jahren nach Sturz der Regierung; Wähler klagen über politische Zyklen und steigende Lebenshaltungskosten

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Titelbild: Bulgaren wählen: Pro‑russischer Ex‑Präsident Rumen Radev führt in Umfragen
Radev, der im Januar sein Präsidentenamt niederlegte, verspricht ein Ende der politischen Instabilität und strebt engere, pragmatische Beziehungen zu Russland an.

Nach Angaben von Wahlbeobachtern und Meinungsforschern stimmt Bulgarien bei der achten Parlamentswahl binnen fünf Jahren ab. Die Abstimmung folgt dem Sturz der Regierung im Dezember und findet in einem Klima anhaltender Unzufriedenheit über wiederkehrende Regierungswechsel und die steigende Belastung vieler Haushalte statt.

Im Mittelpunkt des Wahlkampfs steht der frühere Präsident Rumen Radev, der in Umfragen als klarer Favorit geführt wird. Radev trat im Januar von seinem Amt zurück, um für das Parlament antreten zu können, und hat sich gegen militärische Unterstützung für die Ukraine positioniert. Er wirbt mit einem Anti‑Korruptionsprogramm und dem Versprechen, die Reihe kurzlebiger Regierungen zu beenden und damit wieder handlungsfähige politische Verhältnisse zu schaffen.

Zugleich dominieren soziale Fragen und die Lebenshaltungskosten die Diskussionen vieler Wähler. Die vorherige Regierung war nach Massenprotesten gegen einen Haushaltsentwurf, der Steuererhöhungen und höhere Sozialabgaben vorsah, gestürzt worden. Radev erklärte nach der Stimmabgabe in Sofia, sein Programm solle den Bürgern helfen, die schwierige Lage zu überwinden, und plädierte für praktische Beziehungen zu Russland auf Basis gegenseitigen Respekts.

Gleichzeitig spiegelt die Abstimmung die Suche vieler Bulgaren nach Stabilität wider: Zahlreiche Wähler nennen das Ende politischer Zyklen und die Bildung einer regierungsfähigen Mehrheit als vorrangige Anliegen. Ob Radevs Vorsprung in ein regierungsfähiges Ergebnis mündet, bleibt offen; die Umfragen deuten jedoch auf eine bedeutende Neuordnung der politischen Kräfte hin und auf eine stärkere Polarisierung zwischen den Lagern.