JKCM News
Startseite
Europa

Bulgarien wählt am Sonntag — Rumen Radev führt Umfragen an, Stabilitätskrise bleibt ungelöst

Der von Ex‑Präsident Rumen Radev neu gegründete Zusammenschluss liegt in Umfragen vorn. Ein klares Ergebnis ist in dem weiterhin zersplitterten Parlament jedoch nicht zu erwarten.

JKCM News Redaktion 1 Min Lesezeit
Titelbild: Bulgarien wählt am Sonntag — Rumen Radev führt Umfragen an, Stabilitätskrise bleibt ungelöst
  • Die Wahl folgt monatelangen Massenprotesten und dem Rücktritt der Regierung
  • Radev verspricht einen Bruch mit dem politischen Establishment.

Nach Angaben der zugrunde liegenden Berichterstattung wählt Bulgarien an diesem Sonntag zum achten Mal in fünf Jahren ein neues Parlament. Im Mittelpunkt des Wahlkampfs steht Rumen Radev: Der ehemalige Präsident und Luftwaffengeneral trat Anfang des Jahres zurück, um mit seiner neuen Koalition Progressive Bulgaria anzutreten.

Gleichzeitig vollzog Bulgarien in dieser Periode wichtige Schritte in Richtung EU‑Integration: Das Land trat dem Schengen‑Raum bei und führte den Euro ein. Diese Fortschritte erfolgten jedoch oft ohne gefestigte Regierungsmehrheit oder verabschiedeten Staatshaushalt, was Reformen verzögerte und den Zugang zu EU‑Wiederaufbaufondsmitteln komplizierte.

Unterdessen haben Ende 2025 eine umstrittene Haushaltsvorlage und darauf folgende Großproteste zum Sturz der Regierung geführt. Die Demonstrationen richteten sich gegen etablierte politische Figuren, namentlich GERB‑Chef Boyko Borissov und den Unternehmer Delyan Peevski, die von vielen Demonstranten als Teil einer oligarchischen Machtstruktur gesehen werden.

Nach dem Schritt, mit dem Radev sein neues Projekt startete, stieg er in den Umfragen rasch an und liegt inzwischen vorn. Ob Progressive Bulgaria mit diesem Vorsprung eine stabile Regierungsmehrheit bilden kann, bleibt jedoch offen; Beobachter rechnen erneut mit einem fragmentierten Parlament und der Möglichkeit kurzlebiger Regierungsbildungen.