Centrica meldet schwächere 2025-Ergebnisse und setzt stärker auf Investitionen
Der britische Energiekonzern Centrica hat für 2025 deutlich niedrigere Ergebniskennzahlen als im Vorjahr ausgewiesen und stellt die Kapitalallokation auf Infrastruktur- und Kernenergieprojekte vor einem erneuten Aktienrückkauf.
- Das bereinigte EBITDA fiel 2025 auf 1,417 Milliarden Pfund nach 2,305 Milliarden Pfund im Vorjahr.
- Der bereinigte operative Gewinn lag bei 814 Millionen Pfund nach 1,552 Milliarden Pfund 2024.
- Die Dividende je Aktie stieg um 22% auf 5,5 Pence, während ein Aktienrückkauf über zwei Milliarden Pfund abgeschlossen wurde.
- Der freie Cashflow war 2025 negativ und der Netto-Cash-Bestand sank auf 1,487 Milliarden Pfund.
- Centrica verweist auf Großinvestitionen, darunter Sizewell C und das LNG-Terminal Grain LNG, und nennt Zielwerte für das EBITDA bis 2028.
Centrica hat seine vorläufigen Zahlen für das Geschäftsjahr 2025 veröffentlicht und dabei einen deutlichen Rückgang zentraler Ergebniskennzahlen gegenüber 2024 ausgewiesen. Das bereinigte EBITDA lag bei 1,417 Mrd. Pfund (Vorjahr: 2,305 Mrd. Pfund), der bereinigte operative Gewinn bei 814 Mio. Pfund (Vorjahr: 1,552 Mrd. Pfund). Der Konzern ordnet das Ergebnis als Normalisierung nach einem außergewöhnlich starken Vorjahr ein und verweist gleichzeitig auf Fortschritte bei strategischen Investitionen.
Im Segmentmix zeigt sich, dass unterschiedliche Geschäftsbereiche unterschiedlich stark belasteten. In den Unterlagen wird für das Infrastrukturgeschäft unter anderem auf niedrigere realisierte Preise, eine Pause bei Rough-Speicheraktivitäten sowie nuklear bedingte Ausfälle verwiesen. Das Optimierungsgeschäft (Gas- und Stromhandel) wurde als herausfordernder beschrieben; im Retail-Geschäft wird dagegen auf eine stabile Ergebnisbasis und Verbesserungen bei Home-Services hingewiesen.
Bei der Mittelverwendung kombiniert Centrica Ausschüttungen mit einem erhöhten Investitionstempo. Die Dividende je Aktie für 2025 beträgt 5,5 Pence und liegt damit 22% über dem Vorjahr. Gleichzeitig wurde ein Aktienrückkaufprogramm im Umfang von 2 Mrd. Pfund abgeschlossen; insgesamt wurden 2025 nach Konzernangaben 1,1 Mrd. Pfund an Aktionäre zurückgeführt, davon 0,8 Mrd. Pfund über Rückkäufe. Für die nächste Phase kündigt Centrica an, Rückkäufe zunächst zu pausieren, um Investitionen zu priorisieren.
Die Cash- und Bilanzkennzahlen spiegeln diese Kombination aus schwächerem Ergebnis und höheren Ausgaben wider. Der freie Cashflow lag 2025 bei -167 Mio. Pfund (Vorjahr: 989 Mio. Pfund). Die Investitionsausgaben stiegen auf 1,227 Mrd. Pfund (Vorjahr: 564 Mio. Pfund). Der Netto-Cash-Bestand belief sich zum Jahresende auf 1,487 Mrd. Pfund nach 2,858 Mrd. Pfund ein Jahr zuvor.
Strategisch rückt Centrica große Infrastruktur- und Erzeugungsprojekte in den Vordergrund. Im Bericht werden die Beteiligung an Sizewell C sowie das Engagement beim LNG-Terminal Grain LNG als zentrale Bausteine genannt. Das Management stellt diese Projekte als Basis für stabilere und besser planbare Erträge dar und verknüpft sie mit einem Transformationsprogramm, das die Profitabilität über mehrere Jahre verbessern soll.
Für 2026 gibt Centrica Bandbreiten für die Ergebnisentwicklung in den wesentlichen Geschäftsbereichen an und bleibt damit sichtbar vorsichtiger als im vergangenen Jahr. Gleichzeitig bekräftigt der Konzern mittelfristige Zielwerte: Bis Ende 2028 soll ein EBITDA von rund 1,7 Mrd. Pfund erreicht werden; für 2030 wird eine Größenordnung von 2,0 Mrd. Pfund genannt – ausdrücklich abhängig von Transformationsfortschritt, weiteren Investitionen und von regulatorischen Entscheidungen, etwa bei nuklearen Laufzeitverlängerungen.