Irak meldet großen Ölfund in Najaf nahe saudischer Grenze
Das Ölministerium spricht von einem Fund mit einem Erkundungsabschnitt, der nach ersten Schätzungen über 8,8 Milliarden Barrel enthalten könnte; Betreiber ZhenHua kündigt beschleunigte Entwicklungspläne an.
- Shams‑11 förderte laut Mitteilung leichtes Rohöl mit anfänglicher Produktion von 3.248 Barrel pro Tag
- ZhenHua will rasch investieren, um die Entwicklung zu beschleunigen.
Nach Angaben des irakischen Ölministeriums wurde in der südlichen Provinz Najaf nahe der saudischen Grenze ein großes Ölvorkommen entdeckt. Die Behörde stuft die Entdeckung als eine der wichtigsten im irakischen Energiesektor der letzten Jahre ein; für einen der Erkundungsabschnitte werden erste Reservenschätzungen von mehr als 8,8 Milliarden Barrel Rohöl genannt.
Im Mittelpunkt der Ankündigung steht der Qurnain‑Block im Südwesten des Landes, der sich über 8.773 Quadratkilometer erstreckt und rund 180 Kilometer südwestlich von Bagdad liegt. Der Vertrag zur Erkundung, Entwicklung und Produktion in diesem Block war bereits am 17. Oktober 2024 unterzeichnet worden. Dem Ministerium zufolge ist der Bereich eine der vielversprechendsten Zonen für weitere Explorationen.
Nach dem Schritt, die Ergebnisse von Shams‑11 zu bestätigen, wies das Ministerium auf erste Förderwerte hin: Das Bohrloch lieferte demnach leichtes Rohöl mit einer anfänglichen Förderrate von 3.248 Barrel pro Tag. Parallel dazu hat der chinesische Betreiber ZhenHua über seine Tochtergesellschaft ein beschleunigtes Investitionsprogramm vorgelegt, um die Feldentwicklung zu forcieren und die Produktion schnell an die Schwelle der kommerziellen Verwertung zu bringen.
Zugleich wurden während eines offiziellen Treffens zwischen Ölminister Hayan Abdul Ghani und Vertretern von ZhenHua fortgeschrittene Bohrtechniken und Verfahren zur Effizienzsteigerung erörtert. Ziel der Gespräche war es, die Entwicklung zu beschleunigen und betriebliche Abläufe zu optimieren, damit die Entdeckung zügig in eine belastbare Förderinfrastruktur überführt werden kann.
Unterdessen arbeitet Baghdad dem Ministerium zufolge an einem strategischen Pipelineprojekt, das die Ölregion Basra im Süden mit Haditha in der Provinz Anbar verbinden soll. Das Projekt ist für eine geplante Exportkapazität von 2,5 Millionen Barrel pro Tag ausgelegt und soll die bestehenden Exportwege ergänzen. Als Hintergrund für die Eile bei der Erschließung nannte das Ministerium aktuelle Belastungen der irakischen Ölexporte infolge des Kriegs im Nahen Osten sowie Störungen in der Straße von Hormus.