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Florida‑Chirurg sagt, er sei für immer traumatisiert nach Tod eines Patienten — Anklage wegen Totschlags

In einer eidesstattlichen Aussage schildert der Chirurg, wie er bei einem Eingriff irrtümlich die Leber statt der Milz entfernte; gegen ihn wurde Anklage wegen Totschlags erhoben.

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Titelbild: Florida‑Chirurg sagt, er sei für immer traumatisiert nach Tod eines Patienten — Anklage wegen Totschlags
  • Nach der missglückten Operation, bei der ein Patient starb, spricht der Chirurg von tiefer Reue und Traumatisierung
  • parallel laufen zivil- und strafrechtliche Verfahren.

Nach Angaben einer kürzlich bekannt gewordenen eidesstattlichen Aussage sagte der 44-jährige Chirurg Thomas Shaknovsky, er sei durch den Tod des 70-jährigen Patienten William Bryan für immer traumatisiert. In der im November aufgenommenen Erklärung beschrieb Shaknovsky den Eingriff als unglückliches Ereignis, das er zutiefst bedauere, und schilderte erstmals ausführlich den Ablauf der Operation.

Im Mittelpunkt der Aussage steht nach Shaknovskys Darstellung ein folgenschwerer Irrtum: Er habe versehentlich Bryans Leber entfernt und das Organ anschließend einer Krankenschwester als Milz bezeichnet. Diese Bezeichnung sei auch in den postoperativen Aufzeichnungen eingetragen worden, so die Schilderung des Chirurgen. Er erklärte weiter, er habe die Milz aufgrund einer vermeintlich ungewöhnlichen Vergrößerung für korrekt identifiziert.

Gleichzeitig schilderte Shaknovsky die dramatischen Minuten im Operationssaal nach einem massiven Blutverlust: Das Team begann mit Herzdruckmassagen, und er versuchte verzweifelt, die Blutungsquelle zu finden. Er sagte, er sei in dem Moment mental beeinträchtigt gewesen, habe geweint und alle Anstrengungen unternommen, das Leben des Patienten zu retten. Nach etwa 20 Minuten seien die lebensrettenden Maßnahmen erfolglos geblieben und Bryan gestorben.

Daneben hat die Witwe des Verstorbenen, Beverly Bryan, eine Klage wegen medizinischer Fahrlässigkeit eingereicht. Die Klägerseite wirft dem Chirurgen vor, die Entfernung der Leber bewusst nicht dokumentiert zu haben, um ein Fehlverhalten zu verbergen. Dem gegenüber steht Shaknovskys Hinweis auf eine vermeintlich stark vergrößerte Milz; die Klägerseite beruft sich darauf, ein Gerichtsmediziner habe die Milz dagegen als nahezu normal beschrieben.

In Tallahassee erhob ein Grand Jury im April Anklage wegen Totschlags gegen Shaknovsky. Die Strafanzeige folgt auf eine Stellungnahme der Strafverfolgungsbehörde, wonach das Verhalten des Arztes zu einem katastrophalen Blutverlust und dem Tod des Patienten auf dem Operationstisch geführt habe. Im Gespräch mit sich selbst und nach dem Ende der Operation sagte Shaknovsky, er habe sich in die medizinische Bibliothek zurückgezogen, um ungestört zu weinen, und dass ihn das Ereignis sein Leben lang begleiten werde.