Mehr als 20 Labour‑Abgeordnete fordern offen Zeitplan für Keir Starmers Abgang
Nach einer schwachen Wahlnacht wächst der Druck auf Keir Starmer: Innerhalb der Labour‑Fraktion fordern mehrere Abgeordnete einen klaren Zeitplan für seinen Rückzug, während andere vor den Risiken eines offenen Machtkampfs warnen.
Nach Angaben der BBC hatten bis Freitagabend mehr als 20 Labour‑Abgeordnete öffentlich erklärt, Sir Keir Starmer solle zurücktreten oder zumindest ein Datum für sein Ausscheiden festlegen. Der Aufruf folgt auf eine Reihe schlechter Ergebnisse bei Kommunalwahlen, die von Teilen der Partei als herbe Niederlage gewertet werden.
Gleichzeitig verschärft sich die Debatte um eine mögliche Rückkehr von Andy Burnham als Alternativkandidat. Einige Unterstützer plädieren für einen gestaffelten Rückzug Starmers, um Burnham Zeit zu geben, ins Unterhaus zurückzukehren. Parteiregeln und Mitglieder des National Executive Committee stehen einer Bewerbung Burnhams jedoch zuletzt kritisch gegenüber oder haben signalisiert, sie könnten eine Kandidatur blockieren.
Daneben illustrieren einzelne Wahlergebnisse die wachsende Fragmentierung des Wählerfeldes: In Camden gewann die Partei der Grünen gegen die lokale Labour‑Führung, in Teilen von Essex gewann Reform über die Conservatives, und in Kirklees verloren führende Kommunalvertreter der drei größten Westminster‑Parteien gleichzeitig ihre Sitze. Diese Verluste haben die Fraktionsdebatte weiter angefacht und die Sorge vor strategischem Versagen verstärkt.
Im Mittelpunkt stehen auch Stimmen aus der sogenannten 'soft left', die vor einem chaotischen Führungsstreit warnen, aber zugleich konkrete Veränderungen fordern. Manche Abgeordnete signalisieren begrenzte, vorübergehende Unterstützung für Starmer, bis ein potenzieller Nachfolger zur Verfügung steht. Andere betonen, ohne schnelle und spürbare Kurskorrekturen sei Starmer nicht in der Lage, die Partei erfolgreich in die nächste Wahl zu führen.
Zugleich halten Kabinettsmitglieder und enge Verbündete an der Verteidigung des Parteichefs fest und betonen, dass die Probleme nicht allein an einer Person hängen. Dennoch bleibt die Fraktionsstimmung angespannt: Während einige die Verantwortung primär bei der Führung sehen, fürchten andere die Folgen eines offenen Machtkampfs, solange Labour in Regierungsverantwortung steht.