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Russland und Ukraine werfen sich gegenseitig Bruch von Waffenruhen zum Victory Day vor

Beide Seiten melden hunderte Verstöße, darunter Dutzende Drohnen- und Artillerieangriffe, nur Stunden nach Beginn der vereinbarten Ruhepausen.

JKCM News Redaktion 2 Min Lesezeit
Titelbild: Russland und Ukraine werfen sich gegenseitig Bruch von Waffenruhen zum Victory Day vor
  • Russland spricht von mehr als 1.300 Verstößen
  • Kiew meldet hunderte Angriffe und Hunderte Drohnen in den ersten Stunden.

Nach Angaben beider Seiten sind die für die Victory Day‑Feierlichkeiten ausgerufenen Waffenruhen bereits kurz nach ihrem Beginn gebrochen worden. Die russische Verteidigungsbehörde meldete 1.365 Verstöße im Kampfgebiet, darunter 153 Artillerieangriffe und 887 Drohnenangriffe, und kündigte Gegenmaßnahmen an.

Zugleich berichtete der Bürgermeister von Moskau, in den ersten beiden Stunden der Feuerpause seien rund 20 Drohnen in der Nähe der Hauptstadt abgeschossen worden. Russland hatte einen einseitigen Waffenstillstand für den 8. und 9. Mai angekündigt; Kiew hatte zuvor eine unbefristete Ruhe ab dem 6. Mai gefordert.

Im Mittelpunkt der ukrainischen Darstellung stehen ebenfalls anhaltende Angriffe auf eigene Stellungen. Präsident Wolodymyr Selenskyj nannte mehr als 140 Angriffe auf ukrainische Positionen und über 850 Drohnenangriffe in den ersten Stunden der vereinbarten Ruhe und zog daraus die Schlussfolgerung, dass es von russischer Seite keine ernsthafte Absicht zu einem Waffenstillstand gegeben habe.

Parallel meldeten russische Stellen Angriffe auf Ziele fern der Frontlinie: Industrieanlagen in Perm und Jaroslawl sowie Ziele in der Region Rostow und in Grosny seien getroffen worden, zudem hätten Drohnen in Südrussland zeitweise den Betrieb mehrerer Flughäfen lahmgelegt. Auch ukrainische Angaben sprechen von Schlägen auf Einrichtungen in russischen Grenzregionen.

Vor dem Hintergrund der Spannungen warnte Moskau davor, die Victory Day‑Parade in Moskau anzugreifen, und drohte im Falle eines Angriffs mit einem retaliatory, massive missile strike auf das Zentrum Kiews; ausländische Diplomaten wurden aufgefordert, die ukrainische Hauptstadt zu verlassen. Als Sicherheitsmaßnahme wird in Moskau und St. Petersburg der mobile Internetzugang eingeschränkt, und die traditionelle Parade findet erstmals seit vielen Jahren ohne militärische Hardware statt.

Daneben erfolgen die gegenseitigen Anschuldigungen zu einer Zeit, in der europäische Akteure über neues diplomatisches Engagement mit Russland nachdenken. Konkrete Fortschritte oder eine Übereinkunft über einen dauerhaften Waffenstillstand gibt es bislang nicht; die Lage bleibt angespannt, während beide Seiten fortgesetzte Angriffe melden.