DeSantis unterschreibt umstrittene Neuordnung der Kongresswahlkreise in Florida
Der Gouverneur ratifiziert eine Neuordnung, die Republikanern laut Analyse in vier weiteren Kongressbezirken einen Vorteil verschafft; unmittelbar nach der Unterzeichnung reichten Gegner Klage ein.
Nach Angaben der Staatsregierung hat Gouverneur Ron DeSantis eine Neuordnung der Kongresswahlkreise in Florida unterzeichnet, die Analysten zufolge Republikanern in vier weiteren Rennen im November einen Vorteil verschafft. DeSantis bestätigte die Unterzeichnung mit einem kurzen Eintrag auf X und veröffentlichte die Karte der neu zugeschnittenen Bezirke.
Im Mittelpunkt der Neuordnung stehen umfangreiche Eingriffe in Kernregionen wie Miami, Orlando und die Tampa Bay Area. Rund um Orlando wurden demnach verlässlich demokratisch wählende Bevölkerungsgruppen zusammengefasst, sodass zwei derzeitigen Demokraten künftig um denselben Wählerpool konkurrieren könnten. In der Tampa Bay Area hingegen wandelten die Kartografen zwei Bezirke in drei um, wodurch der 13. Distrikt tendenziell gestärkt wird.
Zugleich stieß die Karte auf Kritik aus beiden Lagern. Demokratische Stimmen sehen in der Neuzeichnung einen Verstoß gegen die klare Verfassungsregel des Bundesstaates, die parteiische Gerrymanderings verbietet. Republikanische Kommentatoren warnten derweil, die aggressive Neuaufteilung könne auch einige republikanische Sitze gefährden und unbeabsichtigte politische Folgen nach sich ziehen.
Unmittelbar nach der Veröffentlichung reichten Gegner in Leon County Klage gegen die Neuordnung ein. Die Elias Law Group kündigte an, im Namen des Equal Ground Education Fund und 18 wahlberechtigter Floridianer juristisch gegen die Karte vorzugehen und sie als verfassungswidriges parteiisches Gerrymandering im Widerspruch zur Fair-Districts-Änderung der Florida-Verfassung zu bezeichnen.
Daneben bleibt offen, wie Gerichte und politischer Wettbewerb auf die neue Karte reagieren werden. Die Unterzeichnung setzt den Zeitplan für die Vorbereitungen auf die Zwischenwahlen im November, denn Kandidaten und Parteien müssen nun auf die veränderte Geografie reagieren und ihre Wahlkampfstrategien entsprechend anpassen.