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Mehrheit der Amerikaner glaubt nicht mehr, das Land sei einladend für Einwanderer

Eine neue AP‑NORC‑Umfrage zeigt: Etwa sechs von zehn Erwachsenen sagen, die USA seien früher ein guter Ort für Einwanderer gewesen, dies aber nicht mehr.

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Titelbild: Mehrheit der Amerikaner glaubt nicht mehr, das Land sei einladend für Einwanderer
Viele Hispanics berichten, sie trügen mittlerweile aus Angst vor Festnahmen oder Abschiebungen Ausweisdokumente ständig bei sich.

Nach Angaben einer aktuellen AP‑NORC‑Umfrage sagen rund sechs von zehn Erwachsenen in den USA, das Land sei früher ein guter Ort für Einwanderer gewesen, dies aber mittlerweile nicht mehr. Nur etwa ein Viertel der Befragten hält die USA weiterhin für ein einladendes Land; knapp zehn Prozent sind der Ansicht, es sei nie so gewesen.

Im Mittelpunkt der Untersuchung steht die Wahrnehmung einer Verschlechterung seit der Rückkehr von Donald Trump ins Weiße Haus vor 14 Monaten. Die Umfrage verknüpft diese Stimmungsänderung mit einer verschärften Durchsetzung von Einwanderungsregeln durch die Regierung, darunter groß angelegte Festnahmen von Personen ohne Aufenthaltsrecht, teils unterstützt durch das Militär.

Nach dem Schritt, die Durchsetzung zu intensivieren, gaben etwa ein Drittel der Befragten an, selbst oder jemand im persönlichen Umfeld sei in den vergangenen zwölf Monaten direkt betroffen gewesen. Unter hispanischen Erwachsenen lag dieser Anteil deutlich höher, bei rund 60 Prozent. Fast die Hälfte der befragten Hispanics sagte, sie habe begonnen, zur eigenen Sicherheit Nachweise über US‑Staatsbürgerschaft oder Daueraufenthalt mit sich zu führen, aus Furcht vor Festnahmen oder Abschiebungen durch bundesstaatliche Behörden.

Zugleich befasste sich die Umfrage mit Einstellungen zur Geburtsortsberechtigung. Insgesamt sprachen sich 65 Prozent dafür aus, dass alle in den USA Geborenen Anspruch auf Staatsbürgerschaft haben sollten, unabhängig vom Aufenthaltsstatus der Eltern. Bei Kindern nicht‑citizens, die legal mit Arbeitsvisa im Land sind, lag die Zustimmung bei 75 Prozent. Deutlich geteilter war die Meinung zu in den USA geborenen Kindern von Eltern ohne legalen Aufenthaltsstatus: Hier unterstützten nur 49 Prozent einen automatischen Anspruch auf Staatsbürgerschaft.

Daneben zeigen die Ergebnisse regionale und parteipolitische Unterschiede: Demokraten nannten häufiger persönlich Betroffene als Unabhängige oder Republikaner. Befragte mit direktem Bezug zu Betroffenen äußerten überdurchschnittlich oft, die USA seien nicht mehr der Ort, an dem Einwanderer willkommen seien. Zahlreiche Teilnehmer beschrieben, wie die Einwanderungspolitik ihren Alltag verändere, etwa durch das ständige Mitführen von Dokumenten oder durch wachsende Angst in ihren Communities.