Riesiger Megatsunami in Alaska war zweitgrößtes je gemessenes Ereignis
Forscher rekonstruieren einen Bergrutsch von 64 Millionen Kubikmetern, der in einem Fjord eine fast 500 Meter hohe Welle auslöste; schwindende Gletscher könnten solche Ereignisse künftig häufiger machen.
- Neue Analyse zeigt Dominoeffekt aus kleinen Erdbeben, Bergrutsch und Gletscherrückzug
- Wissenschaftler fordern intensivere Überwachung gefährdeter Küstenabschnitte.
Nach Angaben eines neuen wissenschaftlichen Papiers löste letzten Sommer in einem abgelegenen Fjord Südost‑Alaskas eine riesige Massenverlagerung einen Megatsunami aus, der nach Rekonstruktionen fast 500 Meter hoch gewesen sein soll und damit als das zweitgrößte je gemessene Ereignis gilt. Die Forscher rekonstruieren das Geschehen mit Feldbeobachtungen, seismischen Aufzeichnungen und Satellitendaten; demnach ereignete sich der Kollaps in weniger als einer Minute.
Im Mittelpunkt der Analyse steht ein Bergrutsch, bei dem etwa 64 Millionen Kubikmeter Felsmaterial ins Wasser stürzten – in der Studie mit der Masse von 24 Pyramiden von Gizeh verglichen. Winzige Erdbeben setzten eine Kettenreaktion in Gang, die schließlich den plötzlichen Zusammenbruch eines Felsens auslöste und die gewaltige Welle erzeugte. Die enorme Energie entstand dadurch, dass die große Menge an Gestein in sehr kurzer Zeit ins Fjordwasser einschlug.
Gletscherschwund spielte dabei eine zentrale Rolle: Untersuchungen zeigen, dass zurückweichendes Eis zuvor Teile der Felswand gestützt hatte. Als diese Unterstützung entfiel, wurde das freigelegte Material instabil und für einen abrupten Abbruch anfällig. Vor Ort fanden Forschende deutliche Spuren des Zusammenbruchs, etwa umgestürzte Bäume und großflächig geschälte Felsflächen, die den gewaltigen Impact dokumentieren.
Zugleich mahnen die Forschenden zu besserer Überwachung und umfassenderen Risikobewertungen für Küstenabschnitte, die von ähnlichen Abbrüchen bedroht sind. Die Analyse betont, dass nur der Zeitpunkt des Ereignisses – in den frühen Morgenstunden – größere menschliche Verluste verhinderte; deshalb halten die Autorinnen und Autoren gezielte Frühwarn‑ und Sicherheitsmaßnahmen für dringend erforderlich.