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Lucid setzt Jahres‑Produktionsprognose aus, neuer CEO prüft Geschäftsmodell

Der Elektroautobauer setzt seine Produktionsprognose für 2026 aus, will Bestände abbauen und lässt der designierte CEO eine umfassende Überprüfung der operativen Abläufe durchführen.

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Titelbild: Lucid setzt Jahres‑Produktionsprognose aus, neuer CEO prüft Geschäftsmodell
Lucid stellt Produktionsziele zurück, verweist auf erhöhtes Fahrzeuginventar und lässt designierten CEO Silvio Napoli das operative Geschäft prüfen.

Nach Angaben des Unternehmens hat Lucid Group die für 2026 geplante Produktionsprognose ausgesetzt, während der designierte CEO Silvio Napoli eine umfassende Überprüfung der Geschäftstätigkeit vornimmt. Zuvor war als Ziel eine Jahresproduktion von 25.000 bis 27.000 Fahrzeugen genannt worden; neue konkrete Vorgaben sollen erst nach Abschluss der Überprüfung vorgelegt werden.

Gleichzeitig wies Lucid auf ein erhöhtes Inventar fertiger Fahrzeuge hin, das zunächst reduziert werden müsse. Ein Unternehmenssprecher betonte, das einzige US‑Werk in Arizona solle derzeit nicht stillgelegt werden. Napoli erklärte auf der Ergebnis konferenz, das vorrangige Ziel sei, das Unternehmen kosteneffizienter aufzustellen und Investitionen konsequent zu priorisieren.

Die Ankündigung fiel mit der Vorlage der Quartalszahlen zusammen: Lucid meldete im ersten Quartal einen Umsatz von 282,5 Millionen US‑Dollar, deutlich unter den LSEG‑Analystenschätzungen von 440,4 Millionen. Der Verlust je Aktie lag bei 3,46 Dollar und übertraf damit die Erwartung von 2,64 Dollar. Ursache für den Einbruch waren Lieferprobleme bei Sitzkomponenten für das wichtige SUV Lucid Gravity, die zu einem Verkaufsstopp und einem erheblichen Ertragsrückgang führten.

Operativ zeigen die Zahlen die Ungleichgewichte: Im ersten Quartal produzierte Lucid 5.500 Fahrzeuge, lieferte aber nur 3.093 aus. Seit 2024 wurden nach Unternehmensangaben insgesamt mehr Fahrzeuge hergestellt als verkauft; das Management bezifferte die Differenz mit etwa 2.000 Einheiten im Vorjahr und rund 2.400 Fahrzeugen im ersten Quartal 2026. Zudem sprach der Konzern von einem mehr als 200 Millionen Dollar umfassenden Umsatz‑Impairment infolge der Sitzprobleme.

Unterdessen betonte Lucid, Initiativen zur Kostensenkung, Partnerschaften im Bereich autonomes Fahren und die Zielsetzung zur Erreichung der Profitabilität blieben bestehen. Das Unternehmen erklärte, über ausreichende Liquidität bis zur zweiten Hälfte 2027 zu verfügen und wies zum Quartalsende einen Kassenbestand von rund 4,7 Milliarden Dollar aus, einschließlich jüngster Kapitalmaßnahmen und eines verzögerten Kreditabrufs durch den Großinvestor Public Investment Fund. Auch das Projekt für eine Produktionsstätte in Saudi‑Arabien laufe trotz regionaler Herausforderungen weiter; es gebe Versandverzögerungen, aber keine gravierenden Unterbrechungen. Napoli kündigte an, die betriebliche Überprüfung in den kommenden Wochen abzuschließen und Investoren mit der Vorlage der Quartalszahlen zum zweiten Quartal über eine aktualisierte Prognose zu informieren.