Mehr als 400 Tiere aus verwahrloster Aufnahmeeinrichtung in Kalifornien gerettet
San Diego Humane Society bringt rund 165 Pferde, über 300 Katzen sowie Hunde und Nutztiere von der ehemaligen Anlage Villa Chardonnay in Sicherheit; Tiere litten an Mangelernährung und unbehandelten Verletzungen
- Behörden und Tierschützer sprechen von massiver Vernachlässigung
- einige Tiere mussten eingeschläfert werden, ein Kitten starb.
Nach Angaben der San Diego Humane Society wurden bei einer umfangreichen Durchsuchung auf dem Gelände der ehemaligen Tierschutzorganisation Villa Chardonnay in Julian mehr als 400 Tiere geborgen und in Sicherheit gebracht. Die 40 Hektar große Anlage war demnach geschlossen; zuvor hatte die Einrichtung nach eigenen Angaben mehr als 600 Tiere betreut und im vergangenen Jahr Insolvenz angemeldet. Die Aktion folgte auf wiederholte Hinweise von Tierschutzgruppen, die Zugang zur Anlage gefordert hatten.
Im Mittelpunkt der Rettungsmaßnahme standen rund 165 Pferde, mehrere Ponys, etwa 30 Hunde, mehr als 300 Katzen sowie Hühner, Enten, Gänse, Ziegen und Schweine. Veterinäruntersuchungen ergaben flächendeckende Mangelernährung, offene Wunden sowie Infektionen wie Ringelflechte und Giardien. Einige Verletzungen waren so schwer, dass Mitarbeitende der Humane Society eine Einschläferung anordneten, um weiteres Leid zu verhindern; zudem wurde ein Jungtier nach dem Transport tot aufgefunden.
Zugleich beschrieb die San Diego Humane Society den Einsatz als eine ihrer größten und komplexesten Rettungsaktionen. Teams übernahmen das weitläufige Grundstück, stabilisierten die Tiere, leisteten medizinische Erstversorgung und organisierten Unterbringungsoptionen. Ein Insolvenzverwalter habe rechtliche Schritte eingeleitet, um die Tiere formal in die Obhut der Humane Society zu bringen, heißt es weiter. Die Organisation koordiniert nun die Versorgungskapazitäten landesweit und arbeitet mit weiteren Tierschutzakteuren zusammen, um Pflege und Vermittlung zu sichern.
Daneben sind logistische und medizinische Herausforderungen zu bewältigen: Zahlreiche Tiere bleiben stabilitäts- und betreuungsbedürftig, weshalb kurzfristige Notversorgungen und längere Rehabilitationspläne nötig sind. In den kommenden Wochen wird die Humane Society langfristige Aufnahme- und Vermittlungsoptionen prüfen und die Fälle medizinisch weiter begleiten. Vertreterinnen der ehemaligen Einrichtung widersprachen den Vorwürfen und erklärten, die Tiere seien gut versorgt worden; diese Darstellung steht im Widerspruch zu den veterinärmedizinischen Befunden, die auf Vernachlässigung hindeuten.