JKCM News
Startseite
Amerika

Mehr als 400 Tiere aus mutmaßlich verwahrlostem kalifornischen Tierheim gerettet

San Diego Humane Society übernahm mehr als 400 Tiere von Villa Chardonnay in Julian; Veterinäre dokumentierten Unterernährung, offene Wunden und Infektionen

JKCM News 2 Min Lesezeit
Titelbild: Mehr als 400 Tiere aus mutmaßlich verwahrlostem kalifornischen Tierheim gerettet
  • Organisation bezeichnet die Aktion als eine der größten und komplexesten Rettungen ihrer Geschichte
  • ein Trustee übertrug die Tiere rechtlich an die Humane Society.

Nach Angaben der San Diego Humane Society wurden in einer großangelegten Aktion mehr als 400 Tiere aus dem seit 2003 betriebenen Sanctuary Villa Chardonnay in Julian, Kalifornien, geborgen. Die Organisation stellte demnach auf dem 40 Acre großen Gelände eine Vielzahl von Pferden, Katzen, Hunden und anderen Nutztieren fest und übernahm die Betreuung, um die Tiere zu stabilisieren und medizinisch zu versorgen.

Im Mittelpunkt der Untersuchung standen veterinärmedizinische Befunde, die nach Angaben der Humane Society zahlreiche Fälle von Vernachlässigung dokumentierten. Viele Tiere zeigten demnach ausgeprägte Unterernährung, offene Wunden sowie Infektionen wie Ringelflechte (ringworm) und Giardia. Auf dieser Grundlage vollstreckte die Organisation einen Durchsuchungsbeschluss auf dem Gelände; ein Konkursverwalter veranlasste anschließend die rechtliche Übergabe der Tiere an die Humane Society.

Nach dem Schritt zählte die Organisation rund 165 Pferde sowie mehrere Ponys, etwa 30 Hunde und mehr als 300 Katzen zu den geborgenen Tieren, außerdem Geflügel, Ziegen, Schweine und weitere Nutztiere. Die Cheftierärztin der Humane Society erklärte, die Mehrheit der Tiere habe Anzeichen weitreichender Vernachlässigung gezeigt. Einige Tiere seien aus Gründen des Tierwohls eingeschläfert worden; ein im Anschluss betreutes Kätzchen sei gestorben.

Zugleich wies die Leitung des Sanctuaries die Vorwürfe zurück und verwies auf laufende Insolvenzverfahren. Eine Sprecherin erklärte, die Organisation habe gehofft, die finanzielle Lage zu konsolidieren, und bestreitet, dass Misshandlungen stattgefunden hätten. Gründer und Mitarbeiter seien durch die Vorgänge tief betroffen, hieß es in einer Stellungnahme.

Inzwischen betonte die San Diego Humane Society, der Einsatz zähle zu den größten und kompliziertesten Rettungsaktionen in ihrer Geschichte. Die Organisation arbeitet demnach derzeit an der medizinischen Versorgung der Tiere und an der Suche nach langfristigen Unterbringungsmöglichkeiten. Vorrang habe zunächst, Gesundheit und Pflegebedürfnisse systematisch zu behandeln und die Tiere zu stabilisieren.

Daneben stehen logistische und tiermedizinische Herausforderungen an: Die Versorgung von Hunderten von Tieren mit teils schweren Gesundheitsproblemen erfordere koordinierte Pflege, Quarantäne und weiterführende Behandlungen, erklärte die Organisation. Ehrenamtliche und Fachpersonal würden eingesetzt, um Transport, medizinische Erstversorgung und die Perspektiven für die weitere Vermittlung zu organisieren.