Spirit beginnt monatelangen Abbau nach größtem US‑Airline‑Kollaps seit Jahrzehnten
Die Billigfluglinie stellte den Betrieb vor einer Woche ein. Insolvenzgericht in White Plains beriet über einen kumuliertes Wind‑Down‑Budget von rund 217 Millionen Dollar, das die Abwicklung bis Anfang 2028 finanzieren soll.
- Spirit legte ein kumuliertes Wind‑Down‑Budget von rund 217 Millionen Dollar vor
- mehr als 17.000 Arbeitsplätze betroffen.
Nach Angaben aus Anhörungen vor dem US‑Insolvenzgericht in White Plains hat Spirit Airlines am Dienstag offiziell mit der monatelangen Abwicklung des Unternehmens begonnen. Die Billigairline hatte am frühen Samstag ihren Flugbetrieb eingestellt und damit zehntausende Passagiere gestrandet zurückgelassen; der Schritt markiert das bisher schwerste Kollapsereignis einer US‑Fluggesellschaft seit Jahrzehnten.
Zugleich reichte die Insolvenzverwaltung ein kumuliertes Wind‑Down‑Budget in Höhe von rund 217 Millionen US‑Dollar ein, das nach aktuellem Stand bis Februar 2028 ausreichen soll. Im vorgelegten Plan sind mehr als 52 Millionen Dollar für Mitarbeiterkosten bis Juli eingeplant sowie weitere gut 52 Millionen Dollar für flugzeugspezifische Ausgaben. Vertreter der Airline wiesen jedoch darauf hin, dass sich diese Zahlen noch ändern können, während Gläubigerforderungen und Abwicklungsdetails geklärt werden.
Inzwischen nannten Unternehmen und Gutachter die Flottendaten: Spirit betrieb demnach 59 Airbus A320 und hielt 63 A320 in Lagerung; zusätzlich waren 37 A321 im Dienst und 13 weitere A321 in Storage. Mehr als drei Viertel der Maschinen waren geleast, was die Auflösung der Flotte und die Verhandlungen mit Vermietern über Rückgaben und Verkäufe erheblich kompliziere. Die vielfältigen Leasingverträge dürften die Dauer und den Umfang der Abwicklung weiter beeinflussen.
Gleichzeitig erläuterte ein Anwalt der Fluggesellschaft vor Gericht, dass ein sprunghafter Anstieg der Kerosinpreise infolge regionaler Konflikte die finanzielle Lage zusätzlich verschärft und im März und April Zusatzkosten von rund 100 Millionen Dollar verursacht habe. Gespräche über eine mögliche staatliche Unterstützung in Form eines 500‑Millionen‑Dollar‑Kredits, der dem Staat bis zu 90 Prozent der Anteile ermöglicht hätte, waren kurz zuvor gescheitert, woraufhin die Airline den Betrieb einstellte.
Unterdessen bemühten sich konkurrierende Fluglinien, die von Spirit abgesprungenen Passagiere aufzunehmen: In den Tagen nach dem Zusammenbruch transportierten American, JetBlue, Southwest, United und andere Zehntausende zuvor von Spirit beförderter Kunden. Spirit selbst hatte am letzten Betriebstag noch rund 50.000 Passagiere befördert. Die Gesellschaft teilte mit, dass etwa 17.000 direkte und indirekte Beschäftigte ihre Stellen verloren; der zuständige Richter bezeichnete die Schließung als bedauerliches Ereignis mit gravierenden Folgen für Mitarbeiter und Familien und stellte in Aussicht, dass das Insolvenzverfahren Antworten und mögliche Hilfestellungen liefern müsse.