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Druzhba‑Ölzufuhr nach Ungarn könnte nächste Woche wieder anlaufen, sagt Péter Magyar

Ungarns designierter Premier zitiert MOL‑Prognosen zum möglichen Restart der über die Ukraine führenden Druzhba‑Ölleitung nach dem Schadensstopp im Januar

JKCM News Redaktion 2 Min Lesezeit
Titelbild: Druzhba‑Ölzufuhr nach Ungarn könnte nächste Woche wieder anlaufen, sagt Péter Magyar
  • Magyar beruft sich auf Angaben des Energiekonzerns MOL
  • der Lieferstopp war Teil eines politischen Streits mit Brüssel und Kiew.

Nach Angaben des designierten ungarischen Ministerpräsidenten Péter Magyar könnten die Öltransporte durch die Druzhba‑Pipeline bereits in der kommenden Woche wieder anlaufen. Magyar erklärte, der ungarische Energiekonzern MOL habe ihm mitgeteilt, man erwarte auf Grundlage von Informationen der Partnerunternehmen einen Neustart der Lieferungen.

Die Druzhba‑Leitung führt russisches Rohöl über ukrainisches Gebiet nach Ungarn und in die Slowakei. Die Transporte waren gestoppt worden, nachdem die Pipeline Ende Januar bei einem russischen Drohnenangriff beschädigt worden war; seither ist die Versorgung Ungarns über dieses wichtige Landverkehrsnetz eingeschränkt.

Der Ausfall der Lieferungen hatte die ohnehin angespannten Beziehungen zwischen Budapest und Kiew weiter verschärft. Nachdem die Öllieferungen ausblieben, setzte der damals amtierende Ministerpräsident Viktor Orbán sein Veto, um die Rechtsverfahren für einen von den EU‑Staats‑ und Regierungschefs vereinbarten 90‑Milliarden‑Euro‑Kredit für die Ukraine zu blockieren. Diese Sperre wurde zu einem zentralen Punkt im diplomatischen Konflikt zwischen den Regierungen.

Gleichzeitig laufen in Budapest Vorgespräche zwischen EU‑Vertretern und Mitgliedern von Magyars Team. Auf der Agenda stehen unter anderem finanzielle Fragen: Die EU behält rund 17 Milliarden Euro an Hilfen für Ungarn zurück, nachdem Bedenken wegen Korruption und Rückschritten bei demokratischen Standards geäußert worden waren. Die EU bemüht sich um Beschleunigung der Gespräche, um die Zusammenarbeit mit der künftigen Regierung rasch wieder aufzunehmen.

Magyar, der im Mai sein Amt antreten soll, hat bereits angekündigt, die Freigabe der blockierten EU‑Mittel zur Priorität zu machen. Die EU‑Führung dringt zugleich auf zügige Reformschritte, damit die Voraussetzungen für die Auszahlung der Gelder erfüllt werden können. In diesen Verhandlungen spielt Ungarns Abhängigkeit von russischer Energie und der Zustand der Druzhba‑Pipeline eine unmittelbare wirtschaftliche und geopolitische Rolle.

Bis zu einer formellen Bestätigung der Wiederaufnahme bleiben jedoch technische und politische Unsicherheiten. Die Ankündigung stützt sich auf Einschätzungen von MOL und seinen Partnern; ein konkreter, offiziell bestätigter Startzeitpunkt für die Lieferungen wurde bislang nicht mitgeteilt.