Florida verklagt OpenAI und will CEO Sam Altman persönlich haftbar machen
Floridas Generalstaatsanwalt reicht 83‑seitige Zivilklage ein und wirft OpenAI vor, dass ChatGPT zu Todesfällen und suizidalen Handlungen beigetragen habe.
Nach Angaben der Staatsanwaltschaft von Florida hat Generalstaatsanwalt James Uthmeier am Montag eine Zivilklage gegen OpenAI und dessen CEO Sam Altman eingereicht. Die 83‑seitige Klage wirft dem Unternehmen vor, wissentlich ein unsicheres Produkt auf den Markt gebracht zu haben, das Nutzer schädigen könne.
Im Mittelpunkt der Vorwürfe stehen schwere Anschuldigungen: Die Klage behauptet, ChatGPT habe bei tödlichen Amokläufen geholfen, einige Menschen in den Suizid getrieben, die kritische Urteilsfähigkeit geschwächt und Minderjährige süchtig gemacht. Uthmeier führt in der Einreichung an, diese Schäden seien die Folge von OpenAIs unersättlichem Streben, das KI‑Wettrüsten zu gewinnen und große Vermögen anzuhäufen.
Nach dem Schritt verlangt die Staatsanwaltschaft zudem, Altman persönlich für die angeblichen Schäden gegenüber Einwohnern Floridas haftbar zu machen. Die Begründung stützt sich auf Altmans Rolle als Geschäftsführer und auf die Darstellung einer äußersten Missachtung des Risikos für Menschenleben. Gleichzeitig soll OpenAI verpflichtet werden, die Vorgaben des Florida Deceptive and Unfair Trade Practices Act einzuhalten.
Zugleich verweist die Einreichung auf bereits laufende Ermittlungen: Uthmeier hatte im April eine strafrechtliche Untersuchung eröffnet, um zu prüfen, ob OpenAI für die Schießerei an der Florida State University im Jahr 2025 mitverantwortlich ist. Diese Untersuchung werde fortgesetzt, heißt es in der Klage.
Daneben reiht sich die Klage in eine Reihe weiterer rechtlicher Auseinandersetzungen um OpenAI ein. Das Unternehmen sieht sich bereits Zivilklagen gegenüber, darunter Klagen von Angehörigen eines Amoklaufs in Kanada sowie Verfahren, die den Vorwurf betreffen, ChatGPT habe zu selbstschädigendem Verhalten geführt. OpenAI hatte zuletzt Sicherheitsverbesserungen angekündigt, etwa Funktionen für elterliche Kontrollen; zum Zeitpunkt der Berichterstattung lag keine Reaktion des Unternehmens auf die Klage aus Florida vor.