DTEK meldet schwere Schäden an Energieanlage in Odesa nach nächtlichem Drohnenangriff
Ein russischer Drohnenangriff hat in der Nacht auf Samstag eine Energieanlage von DTEK Odesa Power Grids beschädigt und die Instandsetzung dürfte nach Unternehmensangaben Zeit benötigen.
- DTEK Odesa Power Grids berichtet von erheblichen Zerstörungen an einem Energieobjekt und laufenden Aufräum- und Prüfarbeiten.
- Reparaturteams konnten erst nach Freigabe durch Rettungskräfte und Militär mit der Arbeit beginnen.
- Regionale Behörden meldeten zudem Schäden an ziviler Infrastruktur sowie Verletzte durch die Attacke.
- Odesa zählt seit Monaten zu den am häufigsten attackierten Regionen, was die Netzstabilität und die Versorgungssicherheit belastet.
In Odesa ist in der Nacht zum 21. Februar erneut Energieinfrastruktur getroffen worden. Der regionale Verteilnetzbetreiber DTEK Odesa Power Grids teilte mit, dass ein Energieobjekt des Unternehmens bei einem russischen Angriff beschädigt worden sei. Die Zerstörungen seien erheblich; bis das betroffene Equipment wieder in einen betriebsfähigen Zustand versetzt werden könne, seien zeitintensive Reparaturen notwendig. Der Netzbetreiber kündigte an, dass Fachkräfte das Material prüfen, Trümmer räumen und anschließend mit der Instandsetzung beginnen.
Nach Angaben des Unternehmens konnten die Teams erst dann in den betroffenen Bereich, als Rettungskräfte und Militär die Arbeit freigaben. Parallel berichteten regionale Stellen von weiteren Folgen der Attacke: Neben Wohngebäuden und einem Schulstandort seien auch Lagerflächen eines Energieunternehmens beschädigt worden; zudem wurden Verletzte gemeldet. Für Verbraucherinnen und Verbraucher in der Region ist die Lage besonders angespannt, weil Netzschäden häufig nicht nur einzelne Leitungen, sondern auch Transformatoren und Schaltanlagen betreffen und damit die Wiederherstellung der Versorgung verlangsamen.
Der Angriff reiht sich in eine Serie von Schlägen gegen das Stromsystem im Süden der Ukraine ein. Odesa ist als Hafen- und Industriestandort stark auf eine stabile Stromversorgung angewiesen, zugleich verläuft ein Teil der regionalen Infrastruktur in Küstennähe und ist damit exponiert. DTEK hatte in den vergangenen Tagen wiederholt über Reparaturen nach früheren Attacken und über Maßnahmen zur Stabilisierung des Netzes informiert. In der Praxis bedeutet das häufig eine Kombination aus provisorischen Schaltungen, dem Austausch beschädigter Komponenten und dem Einsatz mobiler Technik, um kritische Verbraucher zumindest teilweise zu versorgen.
Für das ukrainische Gesamtsystem wirken solche Schäden über die Region hinaus: Jede größere Störung in einem Ballungsraum erhöht den Bedarf an Ausgleichsenergie und an Importen über die Grenzkuppelstellen. Gleichzeitig erschweren neue Treffer die Planung von Lastmanagement und die Vorbereitung auf Kälteperioden. Ob es in Odesa in den kommenden Tagen zu zusätzlichen Abschaltplänen kommt, hängt von der Geschwindigkeit der Reparaturen, vom Zustand der übrigen Netzknoten und vom weiteren Verlauf der Angriffe ab. Der Betreiber rechnet damit, dass die vollständige Wiederherstellung schrittweise erfolgen muss, sobald Sicherheit und Zugang zu den Anlagen gewährleistet sind.