EDF steigert Kernkraftproduktion und senkt Schulden, Ergebnis leidet unter niedrigen Strompreisen
EDF hat für 2025 eine starke operative Leistung mit 515 TWh Stromproduktion gemeldet, zugleich drückten niedrigere Marktpreise das EBITDA auf 29,3 Milliarden Euro.
- EDF produzierte 2025 insgesamt 515 TWh Strom, darunter 373 TWh Kernenergie in Frankreich.
- Der Umsatz lag bei 113,3 Milliarden Euro, das EBITDA bei 29,3 Milliarden Euro und der Konzerngewinn bei 8,4 Milliarden Euro (Anteil der Gruppe).
- Der operative Cashflow betrug 9,6 Milliarden Euro, die Netto-Finanzverschuldung sank auf 51,5 Milliarden Euro.
- Der Verwaltungsrat will für 2025 eine Dividende von 1 Milliarde Euro vorschlagen und bestätigt Finanzziele bis 2027.
- EDF erwartet 2026 ein weiterhin starkes EBITDA, rechnet aber mit einem leichten Rückgang im Umfeld fallender Marktpreise.
Der französische Energiekonzern EDF hat seine Jahreszahlen für 2025 vorgelegt und dabei eine Kombination aus hoher Produktion, solidem Cashflow und einem Rückgang der Ergebniskennzahlen ausgewiesen. Die Stromerzeugung lag bei 515 TWh, davon 373 TWh Kernenergie in Frankreich – der höchste französische Nuklearausstoß seit sechs Jahren. Der Umsatz betrug 113,3 Mrd. Euro, das EBITDA 29,3 Mrd. Euro und der auf die Gruppe entfallende Konzerngewinn 8,4 Mrd. Euro.
Beim Ergebnis zeigt sich der Einfluss des Preisumfelds: Das EBITDA lag unter dem Vorjahreswert (36,5 Mrd. Euro). EDF führt den Rückgang auf fallende Marktpreise zurück, betont aber, dass die höhere Kernkraftproduktion in Frankreich und das Wachstum in regulierten Aktivitäten einen Teil der Belastung abfederten. Der operative Cashflow belief sich auf 9,6 Mrd. Euro; die Netto-Finanzverschuldung sank nach Unternehmensangaben auf 51,5 Mrd. Euro (minus 2,9 Mrd. Euro gegenüber Ende 2024).
Die Investitionsagenda bleibt umfangreich. EDF nennt Nettoinvestitionen von 24,0 Mrd. Euro im Jahr 2025 und verweist auf Projekte in der Kernenergie und im Netz. Der Konzern berichtet, dass er mehr als 4,9 Mrd. Euro an Green Bonds begeben hat, um Wachstum in Kernenergie- und Erneuerbaren-Geschäften zu finanzieren – einschließlich britischer Nuklearprojekte. Zudem hebt EDF operative Meilensteine hervor: Flamanville 3 erreichte 100% Leistung, und für das französische EPR2-Programm wurde eine Prognose der Kostenschätzung von 72,8 Mrd. Euro (in Preisen von 2020) vorgelegt.
Auf der Projektseite in Großbritannien nennt EDF mehrere Punkte, die die Bilanz beeinflussen: Eine Wertminderung in Höhe von 2,5 Mrd. Euro auf Hinkley Point C wird als nicht wiederkehrender Effekt ausgewiesen und unter anderem mit einer Anpassung der Differenzkontrakt-Konditionen erklärt. Gleichzeitig wird ein Zahlungseingang von 1,6 Mrd. Pfund im Zusammenhang mit dem Sizewell-C-Projekt angeführt. Der Zeitplan für den Produktionsstart von Hinkley Point C Unit 1 wurde auf 2030 angepasst; die Fertigstellungskosten werden mit 35 Mrd. Pfund (Preisstand 2015) beziffert.
Für die Ausschüttungspolitik schlägt der Verwaltungsrat eine Dividende von 1 Mrd. Euro für das Geschäftsjahr 2025 vor. Gleichzeitig bestätigt EDF Zielgrößen für 2027, unter anderem eine Relation Netto-Finanzverschuldung zu EBITDA von höchstens 2,5. Zusätzlich verweist der Konzern darauf, dass das Rating von S&P im Januar 2026 auf BBB+ mit stabilem Ausblick angehoben wurde, was die Finanzierungsfähigkeit in einem kapitalintensiven Investitionszyklus unterstützen soll.
Der Ausblick bleibt jedoch eng an den Großhandelsmarkt gekoppelt. Für 2026 erwartet EDF ein weiterhin starkes EBITDA, rechnet aber mit einem leichten Rückgang, sofern die Marktpreise weiter nachgeben. Für die Kernenergieproduktion in Frankreich nennt der Konzern eine Spanne von 350 bis 370 TWh für 2026 und 2027 sowie 345 bis 375 TWh für 2028. Parallel versucht EDF, die Nachfragebasis zu verbreitern: Bis Ende 2025 wurden nach Unternehmensangaben 47 TWh an mittel- und langfristigen Stromverträgen abgeschlossen, und das Unternehmen meldet inzwischen über 400.000 installierte oder gemanagte Ladepunkte für Elektrofahrzeuge.