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Ehemalige Bundesbedienstete kämpfen ein Jahr nach Massenentlassungen mit Jobsuche

Nach umfassenden Personalabbau-Maßnahmen stehen Betroffene ein Jahr später vor verzögerten Formalitäten, unterbrochener Krankenversicherung und starker Konkurrenz auf dem Arbeitsmarkt.

The Guardian/JKCM News Redaktion 2 Min Lesezeit
Titelbild: Ehemalige Bundesbedienstete kämpfen ein Jahr nach Massenentlassungen mit Jobsuche
  • Rund 355.000 Stellenabbau seit Amtsantritt
  • Betroffene schildern finanzielle, gesundheitliche und bürokratische Belastungen.

Nach Angaben aktueller und ehemaliger Bundesbediensteter kämpfen viele der Betroffenen ein Jahr nach den groß angelegten Entlassungen weiterhin mit den Folgen für Beruf und Alltag. Die Umstrukturierungen, die nach dem Amtsantritt der neuen Regierung eingeleitet wurden, haben auf dem Arbeitsmarkt eine starke Konkurrenz ausgelöst und in der Verwaltung zu Verzögerungen beim Übergang in neue Beschäftigungsverhältnisse geführt.

Eine frühere Mitarbeiterin des Office of Personnel Management, die anonym bleiben wollte, schilderte exemplarisch die persönlichen Konsequenzen: Sie nahm ein Abfindungsangebot an, um während ihrer Schwangerschaft nicht ohne Krankenversicherung dazustehen. Sie wurde im Mai 2025 freigestellt, im September 2025 formal aus dem Dienst entlassen; die Versicherung endete im Oktober 2025. Lücken dieser Art sowie ausstehende Ethikbescheinigungen verzögerten ihren sofortigen Einstieg in eine neue Anstellung.

Zugleich schlagen sich die Reduktionen in der Leistungsfähigkeit öffentlicher Einrichtungen nieder. Verbleibende Mitarbeiter berichteten, Servicefunktionen müssten neu priorisiert werden; Personal werde innerhalb der Behörden umverteilt, etwa beim nationalen Telefonservice der Sozialversicherungsbehörde. Bei der Veterans Affairs sowie in Arbeits- und Inspektionsdiensten führten Personalengpässe zu spürbaren Einschränkungen bei Leistungen und Kontrollen.

Individuelle Beispiele verdeutlichen die Bandbreite der Folgen: Ein langjähriger Mitarbeiter des Landwirtschaftsministeriums trat im September vorzeitig in den Ruhestand und unterstützt nun ehemalige Kolleginnen und Kollegen beim Verfassen von Bewerbungen. Ein anderer, für einen Probearbeitsplatz nach Washington gezogener Angestellter verlor die Stelle, weil sie gestrichen wurde, und berichtete, mehr als 250 Bewerbungen erfolglos abgeschickt zu haben.

Mehrere Befragte kritisierten die Organisation und Umsetzung der Abbaumaßnahmen und bemängelten, formale Abläufe sowie Nachbetreuung seien vernachlässigt worden. Daneben warnen Betroffene, die Öffentlichkeit erkenne noch nicht vollständig, welches Ausmaß an Kapazitätsverlusten und welche Folgen für die Erbringung öffentlicher Dienste daraus resultieren.