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Entlassener BP‑Vorsitzender bestreitet Vorwürfe und widerspricht Unternehmensdarstellung

Albert Manifold sagt, er sei ohne Vorwarnung abgesetzt worden und widerspricht Darstellungen zu seinem Verhalten; BP nennt schwere Governance‑Bedenken und setzt Ian Tyler interimistisch ein.

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Titelbild: Entlassener BP‑Vorsitzender bestreitet Vorwürfe und widerspricht Unternehmensdarstellung
  • Manifold bestreitet Vorwürfe gegen sein Verhalten und kündigt an, die Darstellung nicht unangefochten zu lassen
  • BP beruft Ian Tyler zum Interims‑Vorsitzenden.

Nach Angaben von Albert Manifold wurde er ohne Vorwarnung und ohne Erklärung von seinem Amt als Vorsitzender bei BP entfernt. In einer per E‑Mail verbreiteten Stellungnahme wies Manifold die Darstellung seines Verhaltens zurück und erklärte, eine falsche Erzählung nicht unangefochten zu lassen.

BP hatte die sofortige Trennung von Manifold angekündigt und dabei ernsthafte Bedenken bezüglich Governance, Aufsicht und seines Verhaltens genannt. Medienberichte beschrieben intern wahrgenommene Aggressivität im Umgang mit Mitarbeitenden und zogen in Verbindung mit einem Whistleblower‑Hinweis den Schluss, sich ein Muster unangemessenen Verhaltens abzeichnen zu können.

Im Mittelpunkt der Personalentscheidung steht auch Manifolds kurze Amtszeit: Er war im Oktober 2025 von der Baustoffgruppe CRH an die Spitze des Konzerns geholt worden. Dem Vorstand war seine Aufgabe übertragen worden, die Strategie des Unternehmens neu auszurichten und die Ausrichtung deutlicher auf fossile Energieträger zu konzentrieren, nachdem frühere Net‑Zero‑Bestrebungen zurückgefahren worden waren. Schon zu Beginn seiner Zeit bei BP setzte Manifold markante Veränderungen um, darunter die Ablösung des damaligen Konzernchefs Murray Auchincloss und die Verpflichtung einer Führungskraft mit ExxonMobil‑Hintergrund.

BP betonte, die eingeschlagene strategische Ausrichtung fortführen zu wollen. Zugleich ernannte der Aufsichtsrat Ian Tyler, den ehemaligen Balfour‑Beatty‑Chef, zum Interimsvorsitzenden und leitete die Suche nach einem dauerhaften Nachfolger ein. Die Ankündigung löste unmittelbare Marktreaktionen aus: Der Aktienkurs des Unternehmens fiel nach Bekanntwerden der Personalentscheidung weiter, nachdem er bereits am Vortag deutlich nachgegeben hatte.

Manifold verteidigte in seiner Erklärung seinen Führungsstil und hob hervor, er habe sich auf Kostenreduktion, die Eindämmung von Exzessen und die Anhebung interner Standards konzentriert und dafür Anerkennung im Vorstand erhalten. BP‑Vertreter verwiesen hingegen auf Berichte über demütigende Behandlung von Kolleginnen und Kollegen und darauf, dass Manifold eher wie ein operativer Geschäftsführer als wie ein Vorsitzender agiert habe.

Daneben schließt die Personalie an eine Periode sich häufender Führungswechsel bei BP an: Innerhalb weniger Jahre hat das Unternehmen mehrere Vorstände und CEOs erlebt. Die kurzfristigen Folgen für die Umsetzung der Unternehmensstrategie bleiben ungewiss, während der Aufsichtsrat nun den Prozess zur Besetzung der vakanten Vorsitzposition fortsetzt.