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EU-Datenwirtschaft im Wert von Hunderten Milliarden Euro: Reformpläne geraten ins Stocken

Prognosen sehen bis 2025 eine Datenwirtschaft von rund €500 Mrd.; Unternehmen klagen über uneinheitliche DSGVO-Auslegung und ausbleibende Erleichterungen durch EU-Institutionen.

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Titelbild: EU-Datenwirtschaft im Wert von Hunderten Milliarden Euro: Reformpläne geraten ins Stocken
Trotz hoher ökonomischer Bedeutung bremst die fragmentierte Anwendung der DSGVO vor allem kleinere datengetriebene Unternehmen und erschwert grenzüberschreitendes Wachstum.

Nach Angaben einer 2025 in Auftrag gegebenen Studie bleibt die europäische Datenwirtschaft ein Milliardenmarkt: Der Datenmarkt wird für 2025 mit über €115 Milliarden beziffert und soll bis 2030 auf €148 Milliarden wachsen. Die weiter gefasste Datenwirtschaft wurde bereits 2019 mit rund €325 Milliarden bewertet und für 2025 auf etwa €500 Milliarden prognostiziert, womit sie einen relevanten Anteil der europäischen Wertschöpfung darstellt.

Im Mittelpunkt der Debatte steht die Umsetzung und Auslegung der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO). Unternehmen berichten von uneinheitlichen Interpretationen durch nationale Datenschutzbehörden, was grenzüberschreitendes Skalieren deutlich erschwere. Zugleich bieten die nicht bindenden Empfehlungen des Europäischen Datenschutzausschusses nur begrenzte Orientierung; besonders kleine Anbieter stehen dadurch einem Flickenteppich regulatorischer Anforderungen gegenüber, während größere Konzerne die Komplexität meist besser schultern können.

Nach dem Schritt, mit dem die Kommission die Digital Omnibus-Initiative vorlegte, sollten punktuelle Klarstellungen etwa zur Pseudonymisierung und zur Abgrenzung personenbezogener Daten Erleichterungen bringen. Diese moderaten Vorschläge stießen im Rat jedoch offenbar auf Widerstand und wurden nicht durchgesetzt. In der Folge bleiben Anpassungen aus, die besonders kleinteiligen, datengetriebenen Geschäftsmodellen zugutekommen könnten.

Daneben hat die öffentliche Verteidigung der Kommissionspläne innerpolitische Spannungen offengelegt. Vertreterinnen und Vertreter der Kommission betonten, die Vereinfachungsagenda sei nicht das Ergebnis externen Lobbyings, sondern eine Reaktion auf die wahrgenommenen Belastungen für europäische Unternehmen. Dennoch begegneten Teile des Parlaments den Vorschlägen mit Skepsis, was den politischen Konsens weiter erschwerte.