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EU‑Ein- und Ausreisesystem sorgt an Flughäfen für Wartezeiten von bis zu drei Stunden

Airports Council International fordert Ermächtigung, EES‑Kontrollen bei übermässigen Wartezeiten auszusetzen; EU‑Kommission bezeichnet den Übergang überwiegend als reibungslos.

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Titelbild: EU‑Ein- und Ausreisesystem sorgt an Flughäfen für Wartezeiten von bis zu drei Stunden
  • Airports Council International warnt vor untragbaren Verzögerungen durch das neue EES
  • die Kommission verzeichnet seit Oktober mehr als 52 Millionen registrierte Bewegungen.

Nach Angaben des Airports Council International (ACI) haben sich an mehreren europäischen Flughäfen seit der vollständigen Inbetriebnahme des EU‑Ein‑und‑Ausreisesystems (EES) erhebliche Staus an den Grenzkontrollen gebildet. Reisende in Staaten wie Frankreich, Deutschland, Belgien, Italien, Spanien und Griechenland berichteten demnach von Wartezeiten von bis zu drei Stunden, die besonders zu Stoßzeiten auftreten.

Im Mittelpunkt der Kritik steht die Pflicht für Drittstaatsangehörige, persönliche Daten und biometrische Merkmale bei Ein‑ und Ausreise erfassen zu lassen. Das EES war schrittweise seit Oktober eingeführt worden und ist nach Angaben der beteiligten Stellen inzwischen in allen Schengenstaaten sowie in Island, Liechtenstein, Norwegen und der Schweiz vollständig in Betrieb. Die ACI warnt, dass sich die Lage in den kommenden Wochen und insbesondere während der Sommersaison weiter zuspitzen könne.

Nach dem Schritt suchten Vertreter der Flughäfen das Gespräch mit der Europäischen Kommission und forderten operative Erleichterungen. Die ACI habe demnach um eine Verlängerung bestehender Ausnahmeregeln gebeten und verlangt, die Befugnis zu erhalten, die EES‑Registrierung vollständig auszusetzen, wenn die Wartezeiten an den Kontrollen unmanageable beziehungsweise außer Kontrolle geraten. Olivier Jankovec, Direktor von ACI Europa, betonte die Notwendigkeit, im Krisenfall schnell eingreifen zu können.

Die EU‑Kommission entgegnete, das System funktioniere in der überwiegenden Mehrheit der Mitgliedstaaten gut und verursache keine flächendeckenden Probleme. Sie nannte eine durchschnittliche Registrierdauer von rund 70 Sekunden pro Passagier, während die ACI auf Einzelfälle hinweist, in denen Registrierungsvorgänge bis zu fünf Minuten dauern können. Die Kommission räumte ein, dass in einigen Ländern technische Probleme aufgetreten seien, die derzeit behoben würden, und verwies zugleich auf die Verantwortung der Mitgliedstaaten für die praktische Umsetzung vor Ort.

Daneben macht die ACI auf weitere Belastungsfaktoren aufmerksam: Geopolitische Spannungen und die damit verbundene Gefahr von Treibstoffknappheit könnten den Flugverkehr zusätzlich stressen. Fluggesellschaften und Flughäfen fordern daher nicht nur zeitweilige operative Ausnahmeregeln, sondern auch technische Anpassungen, um Versorgungssicherheit und Reisefluss während der bevorstehenden Hauptreisezeit zu gewährleisten.