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EU treibt Aufbau von Massenproduktion und Abwehrsystemen gegen Drohnenkrieg voran

Steigende Einsatzraten und günstige Angriffs‑Drohnen zwingen Europa zu Milliardeninvestitionen in Produktion und Abwehrkapazitäten.

JKCM News Redaktion 2 Min Lesezeit
Titelbild: EU treibt Aufbau von Massenproduktion und Abwehrsystemen gegen Drohnenkrieg voran
  • Modernes Drohnenkriegsbild überfordert derzeitige Produktions- und Verteidigungsstrukturen
  • EDDI und eine Allianz mit der Ukraine sollen Lücken bis 2027 schließen.

Nach Angaben europäischer Sicherheitsexperten hat sich der Einsatz von Drohnen in modernen Konflikten rasant ausgeweitet und stellt die EU vor neue industrielle und militärische Herausforderungen. Der andauernde Krieg in der Ukraine verbraucht demnach etwa 9.000 Drohnen pro Tag, was auf Monatsbasis rund 270.000 Einheiten entspricht. Parallel werden Irans Produktionskapazitäten für Shahed‑Drohnen mit etwa 400 Stück pro Tag angegeben, also bis zu 12.000 pro Monat, was die Dimension der Nachfrage und den Druck auf europäische Vorräte deutlich macht.

Im Mittelpunkt steht die Reaktion der EU‑Staaten auf diese Verbrauchsraten: Frankreich kündigte ein Paket über 8,5 Milliarden Euro an, um Drohnen‑ und Raketenbestände bis 2030 vervierzufachen; Deutschland plant Investitionen von rund 10 Milliarden Euro in militärische Drohnen. Zugleich wurde 2026 die European Drone Defence Initiative (EDDI) gestartet, mit dem Ziel, bis 2027 ein mehrschichtiges, 360‑Grad‑Schutzschild aus interoperablen Gegen‑Drohnen‑Systemen aufzubauen. Diese Maßnahmen zielen darauf ab, industrielle Fertigung und Lagerbestände deutlich zu erhöhen und Abwehrkapazitäten zu standardisieren.

Zugleich wird die sogenannte Drone Alliance mit der Ukraine aufgebaut, um feldgeprüfte Expertise für die gemeinsame Produktion großer Stückzahlen unbemannter Luftfahrzeuge zu nutzen. Hintergrund ist die strategische Sorge, dass europäische Industrie und Bestände den Verlustquoten auf dem Schlachtfeld nicht mehr folgen können und Europa dadurch gegenüber externen Lieferanten verwundbar wird. Die Koordination mit der Ukraine soll Know‑how aus der Praxis schneller in die Massenproduktion überführen.

Daneben verschärft die Kostenasymmetrie zwischen Angreifer und Verteidiger das Problem: Kleinere, kamikazeartige Drohnen kosten oft nur wenige hundert bis einige tausend Euro, während ihre Abwehr teils deutlich teurere Luftabwehrraketen oder Kampfflugzeuge erfordert. Zwischen 2024 und 2025 haben gemeldete Drohnenvorfälle in der Nähe kritischer Infrastruktur zugenommen; es gab wiederholte Flughafenschließungen in Kopenhagen, Oslo und München. In einem Vorfall im September 2025 reagierte NATO‑Luftwaffe mit F‑35‑Einsätzen gegen drohnenbedingte Luftraumverletzungen in Polen, wobei einzelne Einsätze Kosten in der Höhe von mindestens 1,2 Millionen Euro verursachten.

Nach dem Schritt, Produktion und Abwehr simultan zu stärken, sehen politische und militärische Entscheidungsträger den Weg, Europas Verwundbarkeit gegenüber massenhaften Drohnenangriffen zu reduzieren. Ziel der Initiativen ist es, Fertigungskapazitäten hochzufahren, interoperable Verteidigungssysteme zu schaffen und Lehren aus Feldeinsätzen rasch in kostengünstigere Abwehrlösungen umzusetzen, um dem neuen Maßstab bewaffneter Drohnenkonkurrenz begegnen zu können.