Euronews: Keine Anzeichen, dass Apple Ortsnamen im Süden Libanons gelöscht hat
Viral verbreitete Anschuldigungen, Apple habe Ortsnamen im Süden Libanons aus Apple Maps entfernt, lassen sich nach Prüfung nicht belegen; Apple sagt, die Namen seien nie in den Karten enthalten gewesen.
Nach Angaben der Fact‑Checking‑Einheit The Cube von Euronews verbreiteten sich in sozialen Medien Behauptungen, Apple habe Namen mehrerer Dörfer im Süden Libanons aus Apple Maps entfernt. Die Beiträge erreichten Millionen von Nutzern und lösten Debatten darüber aus, ob es sich um einen politisch motivierten Eingriff handele.
Im Mittelpunkt der Untersuchung standen die viral geteilten Screenshots, die fehlende Ortsbezeichnungen in der Region um Tyros zeigen. Euronews kommt nach Prüfung zu dem Ergebnis, dass es keine Belege dafür gibt, die Namen seien zuvor sichtbar gewesen und später gelöscht worden. Apple teilte Wired Middle East mit, die fraglichen Ortsnamen seien nie in Apple Maps enthalten gewesen; die viralen Beiträge zeigen demnach gegenwärtige Kartenausschnitte ohne Vorher‑Nachher‑Vergleich.
Nach dem Schritt zur Faktenprüfung wiesen Experten darauf hin, dass fehlende Label auf digitalen Karten verschiedene technische Ursachen haben können. Ein GIS‑Spezialist und der Gründer eines geospatialen Unternehmens in Beirut nannten Skalierung, Styling‑Regeln und unvollständige Datensätze als mögliche Erklärungen. Zudem befinde sich Apple Maps für den Libanon weiterhin in einer Beta‑Phase, was die Detailtiefe und Darstellung von Ortsnamen einschränken könne.
Inzwischen hat die Debatte zusätzliche Brisanz durch die jüngsten Gefechte zwischen Israel und Hisbollah sowie einen kurz zuvor begonnenen zehntägigen Waffenstillstand erhalten. Trotz der starken emotionalen und politischen Resonanz gibt es nach Prüfung keine konkreten Hinweise darauf, dass Apple die Ortsnamen absichtlich entfernt hat oder eine politische Absicht hinter einer solchen Löschung steht.