Europäische Führung begrüßt US‑Iran‑Waffenruhe und fordert Wiederöffnung der Straße von Hormus
Nach Vermittlung Pakistans vereinbaren USA und Iran eine zweiwöchige, bedingte Feuerpause; europäische Politiker sehen darin eine Chance für Diplomatie, fordern die Einbeziehung des Libanon und die Wiederöffnung der Straße von Hormus.
Nach dem Abschluss einer zweiwöchigen, unter Bedingungen stehenden Feuerpause zwischen den USA und Iran reagierten europäische Spitzenpolitiker mit deutlicher Erleichterung und forderten weiterführende Schritte. Die Vereinbarung sieht unter anderem eine vorübergehende Wiederöffnung der Straße von Hormus vor; nach offiziellen Angaben trugen Vermittlungsbemühungen aus Pakistan wesentlich zur Einigung bei.
Im Mittelpunkt der europäischen Forderungen steht die Einbeziehung des Libanon in die Vereinbarung. Frankreichs Präsident betonte die Notwendigkeit, Beirut in die Verhandlungen aufzunehmen, und mobilisierte demnach rund 15 Staaten unter französischer Führung, um den Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus wiederaufzunehmen. Die Passage ist ein zentraler Korridor für etwa ein Fünftel des weltweiten Öltransports, weshalb ihre Stabilisierung für Europa von strategischer Bedeutung ist.
Zugleich übten einige Regierungschefs Kritik an bisherigen Eskalationsmustern und mahnten zur Vorsicht. Spaniens Ministerpräsident wies darauf hin, dass eine Feuerpause zwar willkommen sei, sie aber die Zerstörung und das menschliche Leid nicht ausblenden dürfe. Der deutsche Bundeskanzler begrüßte die Vereinbarung ausdrücklich und forderte, die Waffenruhe zügig in Verhandlungen zu überführen, die eine dauerhafte Beendigung der Feindseligkeiten zum Ziel haben.
Der britische Regierungschef, der sich zu Gesprächen in den Golfstaaten aufhält, betonte, die internationale Gemeinschaft müsse die Übereinkunft stützen, damit sie in ein dauerhaftes Abkommen münden und die Straße von Hormus vollständig wieder geöffnet werden könne. Die EU‑Außenbeauftragte beschrieb die Einigung als einen 'Schritt zurück vom Abgrund' und sah darin die Chance, Drohungen zu reduzieren, Raketenbeschuss zu stoppen, den Schiffsverkehr wiederaufzunehmen und Raum für politische Gespräche zu schaffen.
Daneben verlangten europäische Vertreter verstärkte humanitäre Hilfe für die betroffenen Zivilbevölkerungen. Der Generalsekretär des Norwegischen Flüchtlingsrats hob hervor, dass die Feuerpause Erleichterungen für Zivilisten ermögliche und Voraussetzungen schaffe, Hilfslieferungen zu verstärken, warnte jedoch gleichzeitig vor einer Unterfinanzierung der Hilfsmaßnahmen.
Trotz der Einigung setzte das israelische Militär die Operationen gegen die Hisbollah im Libanon fort, womit offenbleibt, inwieweit die Feuerpause auf alle Konfliktparteien praktisch anwendbar ist. Vor diesem Hintergrund betonen europäische Politiker, dass die Wiederherstellung sicherer Schifffahrtswege nur ein erster Schritt sein kann; langfristig sei eine diplomatisch vermittelte, nachhaltige Beendigung der Feindseligkeiten erforderlich.