Europäische Rechte steht nach Orbáns Rückschlag vor Unsicherheit – erste Bewährungsprobe in Mailand
Nach dem Verlust in Budapest stehen PfE-Abgeordnete vor offenen Fragen zur Rolle Orbáns; eine Großkundgebung in Mailand soll klären, ob die Gruppierung geeint bleibt.
- Orbáns Niederlage entzündet Debatten über Führung und Strategie innerhalb der drittgrößten Parlamentsfraktion
- die Mailand-Rallye gilt als erster Zusammenschluss nach dem Wahldebakel.
Nach Angaben von Abgeordneten der Patriots for Europe (PfE) hat Viktor Orbáns Wahlniederlage in Ungarn eine Phase der Unsicherheit innerhalb der rechtsnationalen Gruppierung eingeleitet. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie aktiv Orbán künftig auf europäischer Ebene bleiben wird: Als Gründervater hatte er die Allianz im Juli 2024 mit aufgebaut, seitdem avancierte sie rasch zur drittgrößten Fraktion im Europäischen Parlament.
Zugleich rückt am Wochenende in Mailand die erste große Zusammenkunft nach dem ungarischen Urnengang in den Blick. Die PfE hat dort eine Kundgebung unter dem Motto No fear. Masters of our own house. angesetzt; angekündigt sind Auftritte von Jordan Bardella, Geert Wilders und Matteo Salvini, weitere Parteichefs sollen per Video zugeschaltet werden. Inhaltlich werden Forderungen nach Remigration, Kritik an Einfuhrbeschränkungen für russisches Gas und Vorbehalte gegenüber Umweltauflagen thematisiert.
Daneben bereiten die italienischen Behörden Vorkehrungen vor, um mögliche Konfrontationen mit Gegenprotesten zu verhindern. In der Stadt werden parallel zwei Demonstrationszüge erwartet, die von sozialen Zentren, zivilgesellschaftlichen Verbänden und linken Kräften organisiert wurden; die Polizei hat einen Sicherheitsplan ausgearbeitet, der direkte Begegnungen der Aufzüge vermeiden soll.
In Brüssel ist bereits ein Treffen der PfE‑Abgeordneten für den 21. April angesetzt, auf dem die Folgen der ungarischen Wahl erörtert werden sollen. Einige Verantwortliche betonen, dass die Gruppe formal die drittgrößte Fraktion im Parlament bleibt. Zugleich warnen andere Stimmen jedoch vor spürbaren Erschütterungen in den Abstimmungsdynamiken des Rates, weil mit dem Regierungswechsel in Ungarn einer der bisherigen Verbündeten auf Staats- und Regierungsebene wegfalle.
Nach dem Schritt, den politischen Schaden zu sondieren, gilt die Mailand-Rallye als erster Stimmungstest für die PfE: Beobachter erwarten, dass sich bei dem Treffen abzeichnet, ob die Allianz trotz des Verlusts in Budapest geschlossen auftreten kann oder interne Richtungsstreitigkeiten das Bündnis schwächen werden.