JKCM News
Startseite
Technologie

Experten warnen: Chinas Steuerreform könnte Solarzellenpreise in Europa deutlich erhöhen

Die Abschaffung der Export‑Mehrwertsteuererstattung in China trifft Europa, das stark von chinesischen Solarmodulen abhängig ist. Zusammen mit gestiegener Nachfrage könnten die jüngsten Preisrückgänge bei Photovoltaik‑Modulen teilweise zurückgedreht werden.

JKCM News Redaktion 1 Min Lesezeit
Titelbild: Experten warnen: Chinas Steuerreform könnte Solarzellenpreise in Europa deutlich erhöhen
Vom Boom zur Preisspanne: Chinas Wegfall der Export‑VAT und die Konzentration der Produktion erhöhen das Risiko für steigende Solarmodulpreise in Europa.

Nach Angaben von Industriebeobachtern und Energieanalysten drohen Europas Preise für Photovoltaik‑Module kurzfristig deutlich zu steigen. Auslöser ist eine chinesische Steuerreform: Die neunprozentige Mehrwertsteuer‑Exporterstattung für Solarmodule wurde zum 1. April 2026 gestrichen, zugleich wurde die Erstattung für Batteriesysteme auf sechs Prozent reduziert und soll Anfang 2027 ganz entfallen. Vor dem Stichtag beschleunigten Exporte, weil Käufer versuchten, noch von den bisherigen Vergünstigungen zu profitieren.

Zugleich sind die Auswirkungen bereits in den Handelsströmen sichtbar. Im März 2026 meldeten Beobachterorganisationen Rekordimporte chinesischer Solarmodule in mehreren europäischen Staaten, darunter Frankreich, Italien, Polen und Rumänien. Europa bleibt stark abhängig von diesen Lieferungen: 2024 entfielen rund 98 Prozent der Panel‑Importe aus China, und der Wert grüner Energieprodukte aus China betrug 14,6 Milliarden Euro, davon 11,1 Milliarden für Solarmodule.

Die enge Konzentration der Wertschöpfung in China macht den Markt verwundbar. Chinesische Hersteller investierten massiv in Produktionskapazitäten; Schätzungen weisen auf mehr als 50 Milliarden US‑Dollar an Investitionen in neue PV‑Produktion hin, wodurch sich Chinas Anteil an den Herstellungsstufen weltweit auf über 80 Prozent erhöhte. Dieser Kostendruck führte zwar zu besonders günstigen Preisen für Verbraucher, brachte aber gleichzeitig kumulierte Verluste chinesischer Firmen seit Anfang 2024 mit sich, was Peking veranlasste, die Exportsubventionen zu überarbeiten.