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Explosivpakete in Nordserbien nahe Balkan Stream entdeckt, Vučić informiert Orbán

Serbiens Präsident meldet zwei große Sprengsätze in Rucksäcken nahe der Balkan Stream-Pipeline; Ungarn beruft ausserordentliche Verteidigungsratssitzung ein

JKCM News Redaktion 2 Min Lesezeit
Titelbild: Explosivpakete in Nordserbien nahe Balkan Stream entdeckt, Vučić informiert Orbán
  • Zwei Pakete mit Zündern wurden wenige hundert Meter von der Balkan Stream-Pipeline entfernt gefunden
  • Herkunft und Motive sind unklar, Reaktionen aus Budapest und Kiew folgen.

Nach Angaben des serbischen Präsidenten Aleksandar Vučić entdeckten Militär und Polizei am Sonntagmorgen in der Gemeinde Kanjiža im Norden Serbiens Sprengsätze in der Nähe einer Gasleitung, die russisches Gas nach Serbien und Ungarn transportiert. Vučić sprach von zwei großen Paketen mit Zündern, die in Rucksäcken verborgen gewesen seien und einige hundert Meter vom Leitungsstrang entfernt gefunden wurden. Es wurde betont, dass keine unmittelbaren Schäden an der Infrastruktur festgestellt worden seien.

Im Mittelpunkt der Kommunikation stand ein Telefonat zwischen Vučić und dem ungarischen Ministerpräsidenten Viktor Orbán. Orbán bestätigte das Gespräch und ließ für den Nachmittag eine ausserordentliche Sitzung des ungarischen Verteidigungsrats einberufen. Konkrete Angaben zu Tätern, Motiven oder einem Ziel für einen möglichen Anschlag nannten die Behörden bislang nicht.

Nach dem Schritt, die Funde öffentlich zu machen, machte Vučić nur vage Angaben zu bestimmten Spuren, auf die er nicht näher eingehen wollte. Damit bleiben zentrale Fragen offen: Wer die Gegenstände deponierte, ob eine Sabotage geplant war und ob die Pipeline selbst ins Visier genommen werden sollte. Die Ermittlungen durch Militär- und Polizeibehörden liefen weiter, nähere Details wurden zunächst nicht veröffentlicht.

Zugleich rückt der Vorfall die Verwundbarkeit von Energieinfrastruktur in der Region in den Fokus. Die Debatte um Pipelines ist bereits angeheizt, nachdem die sowjetische Druzhba-Ölleitung Ende Januar bei einem Angriff beschädigt worden war und seither zu Spannungen zwischen Ungarn, der Slowakei und der Ukraine geführt hat. In diesem Kontext wies ein Sprecher des ukrainischen Außenministeriums Versuche zurück, Kiew mit dem Vorfall in Serbien in Verbindung zu bringen, und bezeichnete entsprechende Behauptungen als unbegründet.