Exxon und Chevron: Gewinne im Q1 deutlich gesunken trotz Ölpreis‑Schub nach Iran‑Konflikt
Exxon und Chevron übertrafen bereinigte Erwartungen, litten jedoch unter hohen Verlusten aus Finanz‑Hedges und Liefertiming nach der Eskalation mit Iran.
- Exxons Nettogewinn fiel um rund 45%, Chevron verzeichnete ein Minus von 36%
- bereinigte Ergebnisse lagen über Analystenerwartungen.
Nach Angaben der Unternehmen sanken die Nettogewinne von Exxon Mobil und Chevron im ersten Quartal 2026 deutlich gegenüber dem Vorjahr, obwohl die Ölpreise infolge des Kriegs zwischen Iran, den USA und Israel kräftig anstiegen. Exxon meldete einen Quartalsgewinn von 4,2 Milliarden US‑Dollar, ein Rückgang um 45 Prozent, Chevron wies 2,2 Milliarden Dollar aus, ein Minus von 36 Prozent.
Die deutlichen Rückgänge erklären die Konzerne vor allem mit ungünstig getimten finanziellen Absicherungen. Exxon schlug fast 4 Milliarden Dollar als Verluste auf offene Trades an, weil Lieferungen verspätet wurden und damit nicht in das Quartal einflossen. Zusätzlich belastete ein Posten von 700 Millionen Dollar auf geschlossene Hedges, die nicht durch physische Lieferungen ausgeglichen wurden. Chevron verbuchte eine Belastung von 2,9 Milliarden Dollar im Zusammenhang mit finanziellen Absicherungen.
Zugleich übertrafen beide Unternehmen die von Analysten erwarteten bereinigten Gewinne. Exxon meldete bereinigte Gewinne von 1,16 Dollar je Aktie bei einem Umsatz von 85,14 Milliarden Dollar; Chevron wies bereinigte 1,41 Dollar je Aktie aus, sein Umsatz lag bei 48,61 Milliarden Dollar und damit unter den LSEG‑Schätzungen. Beide Konzerne betonten, dass die Hegdeffekte temporär seien und sich in späteren Quartalen teilweise wieder ausgleichen dürften.
Die Firmen führten die Belastungen auf Timingeffekte zurück, die durch die abrupten Preisrallye nach den Angriffen Ende Februar ausgelöst wurden. Diese Rallye habe Lieferketten und die Abrechnung gehandelter Produkte gestört, sodass Warenwerte, die abgesichert waren, nicht vollständig in die Quartalszahlen eingingen und in der Periode Verluste ausgewiesen wurden, die später revidiert werden könnten.
Im Raffineriebereich zeigten sich unterschiedliche Auswirkungen. Exxons Raffinerien verbuchten einen Verlust von 1,26 Milliarden Dollar, den das Unternehmen ebenfalls auf die beschriebenen Timing‑Effekte zurückführt; ohne diese Sondereffekte hätten die Raffinerien nach Unternehmensangaben deutlich bessere Ergebnisse erzielt. Chevron berichtete von höheren Durchsätzen in den US‑Raffinerien, während das internationale Raffineriegeschäft durch schwächere Margen und höhere Transportkosten belastet war.
Gleichzeitig warnte Chevron‑CEO Mike Wirth, das globale Energiesystem bleibe unter erheblichem Druck. Er erwartet weiteren Aufwärtsdruck auf die Ölpreise, solange wichtige Seeverbindungen wie die Straße von Hormus nicht wieder normalisiert sind. Beide Konzerne unterstrichen, dass die negativen Effekte aus den Hedges in späteren Perioden voraussichtlich teilweise kompensiert werden.