FC Barcelona gibt keine Stellungnahme zu Israels Vorwurf gegen Lamine Yamal
Der Klub verweigerte eine Stellungnahme, nachdem Israels Verteidigungsminister Lamine Yamal vorgeworfen hatte, mit dem Zeigen einer palästinensischen Flagge Hass zu schüren.
Nach Angaben von Euronews hat der spanische Spitzenklub FC Barcelona auf eine Anfrage keine Stellung zu den Vorwürfen genommen, die Israels Verteidigungsminister gegen den Nachwuchsspieler Lamine Yamal erhoben hatte. Der Klub antwortete schlicht mit kein Kommentar auf die Frage nach Yamals Geste, die während der Meisterfeier gezeigt worden war.
Im Mittelpunkt der Debatte steht Verteidigungsminister Yoav Katz, der Yamals Zeigen einer palästinensischen Flagge als Anstiftung zu Hass gegenüber Israel und den jüdischen Menschen bezeichnete. Katz forderte Barcelona auf, klarzumachen, dass es keinen Platz für Unterstützung von Terrorismus gebe, und verwies zugleich auf den Kontext des Gaza-Konflikts und den Zeitpunkt der Aktion.
Zugleich suchte Euronews Stellungnahmen von weiteren Beteiligten: Der ehemalige Klubpräsident Joan Gaspart respektierte die Meinung des israelischen Ministers, zeigte sich aber mit der Entscheidung Barcelonas, nicht zu kommentieren, einverstanden und schlug vor, die Mitglieder des Vereins in dieser Frage zu befragen. Der spanische Fußballverband lehnte eine Stellungnahme ab und wies darauf hin, dass Yamal nur während nationaler Lehrgänge formell als Spieler der spanischen Nationalmannschaft gelte.
Daneben haben Yamals Aktion und die Reaktionen darauf national und international gemischte Resonanz hervorgerufen. In Spanien äußerten Politiker Unterstützung und Kritik; der katalanische Nationalist Gabriel Rufián sprach sich zugunsten des Spielers aus, während Vertreter der Opposition die Vermischung von Sport und Politik beanstandeten. In Gaza war ein Wandbild zu sehen, das Yamal mit der Flagge darstellt.
Nach dem Schritt, Yamal in den vorläufigen Kader Spaniens für die WM 2026 aufzunehmen, blieb seine sportliche Perspektive trotz einer jüngeren Verletzung intakt: Er gilt weiterhin als Kandidat für die Endauswahl. Trainer Hansi Flick sagte, er wolle solche Themen grundsätzlich nicht kommentieren, betonte aber, dass Yamal alt genug sei, eigene Entscheidungen zu treffen.
Gleichzeitig zeichnet sich aus den vorliegenden Reaktionen ein Bild, in dem der Klub bewusst Abstand zur politischen Debatte hält. Barcelona beantwortete die öffentliche Kontroverse um den 18‑jährigen Spieler damit nicht; andere Institutionen und Einzelpersonen gaben teils zurückhaltende, teils zustimmende oder kritische Kommentare ab, ohne die Diskussion zu befrieden.