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Ferrari-Aktie bricht nach Präsentation des ersten E‑Modells Luce ein

Der Markt reagierte heftig auf Design und Preis des ersten vollelektrischen Ferrari; Analysten halten eine dauerhafte Schädigung der Marke für voreilig.

JKCM News Redaktion 2 Min Lesezeit
Titelbild: Ferrari-Aktie bricht nach Präsentation des ersten E‑Modells Luce ein
  • Investoren sorgten sich um Design, Preis und Restwerte
  • Experten verweisen auf frühere Abwehrreaktionen bei neuen Modellen und mahnen zu Geduld.

Nach Angaben fiel die Aktie des Sportwagenherstellers unmittelbar nach der Vorstellung des ersten vollelektrischen Modells Luce um mehr als acht Prozent am ersten Handelstag nach dem Debüt. Die Präsentation hatte am Montag stattgefunden; der an der Börse in Mailand notierte Kurs stieg demnach am folgenden Morgen kurzzeitig um über zwei Prozent, schloss die Sitzung aber marginal niedriger.

Im Mittelpunkt der Debatte stehen Gestaltung und Preis: Ferrari hat den Fünftürer Luce mit einem Listenpreis von 550.000 Euro ausgezeichnet. Für das Design zeichnet die Agentur LoveFrom verantwortlich, die von Ex‑Apple‑Designchef Jony Ive gegründet wurde. Ferrari‑Chef Benedetto Vigna bezeichnete den Launch als einen sehr, sehr wichtigen Tag und einen neuen Abschnitt in der Unternehmensgeschichte.

Zugleich gab es scharfe öffentliche Kritik: Ex‑Ferrari‑Chef Luca di Montezemolo nannte das Modell eine Schande für die Marke, und auch Italiens stellvertretender Ministerpräsident und Verkehrsminister äußerte sich ablehnend und kritisierte den Preis. Solche Kommentare trugen offenbar zur kurzfristigen Marktreaktion bei, erhitzten aber vor allem die Debatte über die künftige Attraktivität des Modells für Sammler und Anleger.

Daneben warnten Analysten vor möglichen Auswirkungen auf Restwerte, weil das Design offenbar Aerodynamik über Abtrieb stelle. Aus Sicht einiger Marktbeobachter ist es jedoch verfrüht, bereits von einem nachhaltigen Schaden für Ferrari zu sprechen. Vergleichsweise hatten Investoren ähnliche Bedenken beim früheren Modell Purosangue geäußert; dieser Wagen entwickelte sich später zu einem der meistverkauften Modelle des Unternehmens und überstieg die Nachfrage.

Nach dem Schritt betont Ferrari, Entwicklung und Produktion aller Komponenten in Maranello, Italien, vornehmen zu wollen. Beobachter raten Anlegern, das Interesse der Kundschaft—insbesondere in wichtigen Märkten wie China—sowie die tatsächliche Nachfrageentwicklung genau zu verfolgen. Die Kundenauslieferungen der Luce sind für das vierte Quartal geplant.