Frankreich erlebt historisch heiße Tage: Dutzende Temperaturrekorde und mehrere Tote
Météo‑France setzt 54 Départements auf Rot; landesweiter Durchschnitt erreicht 29,2 °C – der drittheißeste Tag der Messgeschichte.
Die Kernentwicklung: Frankreich erlebt eine außergewöhnliche Hitzewelle, die am Montag an vielen Orten neue Temperaturrekorde brachte und landesweit eine akute Gefährdungslage auslöste. Météo‑France hat 54 Départements auf die höchste Warnstufe Rot gesetzt; diese Maßnahme betrifft rund 39 Millionen Menschen.
Mehr als 450 einzelne Rekorde wurden am Montag gebrochen oder erreicht, wodurch der Tag mit einer nationalen Durchschnittstemperatur von 29,2 °C als der drittheißeste Tag in den Aufzeichnungen gilt. Lokal stiegen die Werte deutlich weiter: Im Département Cher wurden bis zu 43,3 °C gemessen. In mehreren Städten fielen Monats- oder Rekordwerte; zu den markanten Messungen zählen Rennes mit 40,6 °C, Angers mit 40,9 °C, Saintes mit 42,0 °C und Bordeaux mit 41,9 °C.
Im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit steht Paris: Die Hauptstadt registrierte bereits für Juni einen neuen Rekordwert von 38,4 °C, und in den Prognosen ist örtlich ein Überschreiten der Marke von 40 °C im weiteren Wochenverlauf möglich. Die Nächte blieben vielerorts ungewöhnlich warm; in Regionen wie Nouvelle‑Aquitaine, Pays de la Loire und Centre‑Val de Loire fielen die Minimumwerte nicht auf die sonst üblichen Tiefstwerte. Beispielsweise lagen die Tiefstwerte bei 22,8 °C in Alençon, 23,2 °C in Saint‑Nazaire, 23,4 °C in Tours und Blois sowie 24,6 °C in Poitiers; Paris‑Montsouris meldete ein Minimum von 24,2 °C.
Die Hitzewelle forderte bereits Menschenleben. Insgesamt wurden 18 Todesfälle in Verbindung mit den extremen Bedingungen gemeldet: In Vaucluse fanden Rettungskräfte zwei Kinder tot in einem verschlossenen Auto, in Gironde starben drei ältere Menschen in ihren Wohnungen, und an unterschiedlichen Gewässern des Landes ertranken über das Wochenende 13 Personen.
Die Regierung hat auf die Lage reagiert und beruft für Dienstag eine weitere interministerielle Krisensitzung, die von Sébastien Lecornu geleitet wird; es ist die zweite derartige Sitzung innerhalb weniger Tage. Gesundheits‑ und Rettungsdienste stehen in besonders betroffenen Regionen in erhöhter Bereitschaft, und Warnhinweise richten sich vor allem an gefährdete Bevölkerungsgruppen.