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Französische Marine nimmt mutmaßlich russischen Tanker Tagor im Atlantik fest

Macron bestätigt Festsetzung des sanktionierten Tankers Tagor; Boarding mehr als 740 km westlich der Bretagne mit Unterstützung des Vereinigten Königreichs.

JKCM News Redaktion 2 Min Lesezeit
Titelbild: Französische Marine nimmt mutmaßlich russischen Tanker Tagor im Atlantik fest
Die Tagor wurde in internationalen Gewässern aufgehalten, weil sie offenbar unter irregulärer Flagge fuhr und sowohl EU‑ als auch US‑Sanktionen unterliegt.

Nach Angaben der französischen Regierung hat die Marine den mutmaßlich mit Russland verbundenen Öltanker Tagor am Sonntagmorgen in internationalen Gewässern mehr als 400 Seemeilen westlich der Bretagne festgesetzt. Präsident Emmanuel Macron veröffentlichte ein Video der Aktion und bezeichnete das Schiff als sanktioniert; demnach erfolgte das Boarding mit Unterstützung mehrerer Partner, darunter dem Vereinigten Königreich.

Im Mittelpunkt der Operation stand die Überprüfung der Registrierung: Französische Behörden erklärten, das Schiff sei auf dem Weg von Murmansk gewesen. Ein Inspektionsteam bestieg das Schiff und stellte bei der Prüfung der Papiere den Verdacht fest, dass die geführte Flagge irregulär war. Die maritime Präfektur der Atlantikküste erläuterte, die Maßnahme habe der Kontrolle der Nationalität gedient; auf Anordnung der Staatsanwaltschaft sei das Schiff daraufhin abgelenkt worden.

Zugleich reiht sich die Festsetzung in eine Serie französischer Maßnahmen gegen die sogenannte Schattenflotte ein, mit der versucht wird, internationale Sanktionen gegen Russland zu umgehen. Seit September hatten französische Kräfte bereits mehrere Schiffe überprüft und in einigen Fällen nach Geldstrafen wieder freigegeben. Frankreich und Großbritannien hatten zuletzt bekräftigt, Schiffe, die mit dieser Schattenflotte in Verbindung stehen, in ihren Gewässern behindern zu wollen.

Daneben betonten französische Vertreter, dass die Aktion im Einklang mit dem Seerecht vorgenommen worden sei. Präsident Macron erklärte, es sei inakzeptabel, dass Schiffe internationale Sanktionen unterlaufen und so die Finanzierung des Krieges in der Ukraine unterstützten. Die Festsetzung der Tagor demonstriert nach Auffassung der Regierung die Entschlossenheit, das Vorgehen gegen Schiffe zu verstärken, die durch Flaggenwechsel oder irreguläre Registrierung der Nachverfolgung entgehen.