Genesung des aus Tate Modern geworfenen Jungen verschlechtert sich nach Operation
Die Familie berichtet von Rückschritt: Der inzwischen heranwachsende Junge ist weiter in Reha, kann nicht laufen und erhält nur Wochenendfreigang im Rollstuhl.
Nach Angaben der Familie hat sich die Genesung des Jungen, der 2019 aus dem zehnten Stock des Tate Modern gestoßen wurde, nach einer Operation im Januar verschlechtert. In einem Update auf einer Crowdfunding-Seite erklärte die Familie, der inzwischen heranwachsende Franzose liege weiterhin in einer Rehabilitationsklinik, da er noch nicht wieder gehen könne.
Im Mittelpunkt der Mitteilung steht die Beschreibung einer «längeren und schwierigen» Reha, die nicht die erhoffte Verbesserung gebracht habe. Der Junge, damals sechs Jahre alt, hatte bei dem Angriff im August 2019 einen Sturz aus rund 30 Metern überlebt und dabei lebensverändernde Verletzungen erlitten, darunter eine Hirnblutung und mehrere Knochenbrüche. Die Angehörigen sprechen von einem «traurigen Rückschritt», weil die Operation keine klare Fortschreibung seines Heilungsprozesses brachte.
Zugleich betonten die Eltern, ihr Sohn habe in den vergangenen drei Wochen lediglich Wochenendfreigang gehabt und sei in dieser Zeit auf einen Rollstuhl angewiesen gewesen, was ihn stark frustriere. Sie schildern seinen Wunsch, wieder laufen zu können und ein möglichst normales Leben außerhalb der Reha aufzunehmen, auch wenn sie realistisch bleiben und davon ausgehen, dass er einen Großteil seiner Zeit weiterhin in Behandlung verbringen werde. Diese Spannung zwischen Hoffnung und begrenzter Mobilität prägt demnach den Alltag der Familie.
Daneben berichteten die Angehörigen, sie hätten inzwischen eine Schule gefunden, die den Bedürfnissen des Jungen entspreche. Vor der Operation habe er die Einrichtung kurzzeitig besucht und dort schnell Freundschaften geschlossen, die nun auf seine Rückkehr warteten. Diese soziale Perspektive gebe der Familie nach eigenen Angaben Halt und Zuversicht trotz der medizinisch schwierigen Entwicklung.
Der Angreifer, Jonty Bravery, war zum Zeitpunkt der Tat 17 Jahre alt. Er bekannte sich des versuchten Mordes schuldig und erhielt eine lebenslange Haftstrafe mit einer Mindestdauer von 15 Jahren. Später wurde Bravery wegen tätlicher Angriffe auf Pflegekräfte in einer forensischen Einrichtung verurteilt und 2026 zu einer zusätzlichen Haftstrafe verurteilt.