Hoffnung schwindet für neun Vermisste nach Implosion eines Tanks in Papierfabrik in Washington
Bei einer Tankimplosion in der Nippon Dynawave‑Papierfabrik in Longview starb mindestens eine Person; neun gelten als vermisst und neun weitere wurden verletzt.
- Rettungskräfte müssen den beschädigten Tank sichern, bevor Vermisste geborgen werden können
- im Behälter verbleiben rund 90.000 Gallonen ätzender Flüssigkeit.
Nach Angaben der Einsatzkräfte gilt die Hoffnung auf Überlebende für neun Beschäftigte nach der Implosion eines großen Tanks in der Nippon Dynawave Packaging‑Fabrik in Longview, Washington, als erloschen. Bei dem Vorfall am Dienstag wurde eine Person getötet; neun weitere Mitarbeiter erlitten Verletzungen. Die konkreten Ursachen der Implosion sind bislang nicht geklärt.
Im Mittelpunkt der Gefahrenlage steht der beschädigte Behälter, der ursprünglich etwa 900.000 Gallonen (rund 3,4 Millionen Liter) sogenannte white liquor enthielt, eine erhitzte Lauge aus überwiegend Natriumhydroxid und Natriumsulfid, die im Holzaufschluss zur Papierherstellung eingesetzt wird. Einsatzleiter erklärten, dass sich noch etwa 90.000 Gallonen (mehr als 340.000 Liter) dieser ätzenden Mischung im Tank befinden. Bevor Such‑ und Bergungsarbeiten zu den Vermissten aufgenommen werden können, müsse der Tank stabilisiert werden, um ein weiteres Einstürzen oder ein Auslaufen der Flüssigkeit zu verhindern.
Zugleich arbeiteten die Rettungsteams nur bei Tageslicht, um das Risiko für die Einsatzkräfte zu minimieren. Nach dem Riss war ein Teil der Flüssigkeit in einen Entwässerungsgraben gelaufen, wodurch zusätzliche Sicherheitsvorkehrungen erforderlich wurden. Die Behörden betonen, dass gegenwärtig keine Gefahr für die Allgemeinheit in Longview bestehe; die Stadt am Columbia River hat laut Angaben der Einsatzleitung etwa 40.000 Einwohner und lange Verbindungen zur Papier‑ und Holzindustrie der Region.
Daneben hat der Vorfall lokale und regionale Sorgen ausgelöst: Am Dienstagabend versammelten sich Anwohner und Beschäftigte zu einer Mahnwache, viele suchten noch Kontakt zu Freunden und Verwandten, die als vermisst gelten. Gegen das Unternehmen waren im März und Mai Sicherheitsbeschwerden eingereicht worden; das Arbeits‑ und Industriesekretariat des Bundesstaates ordnete diese Beschwerden als nicht mit dem aktuellen Vorfall in Verbindung stehend ein. Ein behördliches Register weist seit 2021 drei Verstöße mit Geldbußen gegen die Firmenmutter aus, deren Summe 3.400 US‑Dollar beträgt.
Nach dem Schritt, erneut Vorsicht walten zu lassen, rückt der größere Kontext in den Blick: Dieser Unfall folgte nur kurz auf einen weiteren Zwischenfall an der Westküste mit einem beschädigten Chemietank, der in Südkalifornien zu umfangreichen Evakuierungen geführt hatte. Die Longview‑Anlage beschäftigt rund 1.000 Menschen und produziert unter anderem Material für Hygienepapiere, Druckpapier sowie Becher und Kartons.