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Ifo-Studie: Jeder fünfte Selbstständige sieht wirtschaftliche Existenz gefährdet

Auftragsmangel und wachsende Unsicherheit belasten vor allem Solo-Selbstständige und Kleinstunternehmen; Geschäftsklima fällt auf neuen Tiefstwert.

JKCM News Redaktion 2 Min Lesezeit
Titelbild: Ifo-Studie: Jeder fünfte Selbstständige sieht wirtschaftliche Existenz gefährdet
  • 20,6 Prozent der Selbstständigen in Deutschland bangen um ihre wirtschaftliche Zukunft
  • Geschäftsklima sinkt auf minus 29,9 Punkte.

Nach Angaben des Münchner Ifo-Instituts sehen derzeit mehr als jeder fünfte Selbstständige in Deutschland seine wirtschaftliche Existenz bedroht. In der April-Umfrage gaben 20,6 Prozent der befragten Solo-Selbstständigen und Kleinstunternehmer an, sich Sorgen um die Fortführung ihres Geschäfts zu machen; in der Gesamtwirtschaft liegt dieser Wert mit 8,1 Prozent deutlich niedriger.

Zugleich meldete fast die Hälfte der befragten Selbstständigen einen Mangel an Aufträgen: 48,4 Prozent nannten im April fehlende Aufträge. Das ist ein leichter Anstieg gegenüber Januar, als 46,6 Prozent diesen Engpass angaben. In der Gesamtwirtschaft betrifft das Problem nach den Umfragedaten 39,0 Prozent der Unternehmen, womit die Belastungen klar bei sehr kleinen Firmen und dienstleistungsnahen Solo-Unternehmern konzentriert sind.

Daneben spiegelt sich die angespannte Lage auch im Geschäftsklima wider. Das Barometer fiel demnach von minus 20,8 Punkten im März auf minus 29,9 Punkte im April und erreichte damit einen neuen Tiefstand. Die Erwartungen für die kommenden Monate haben sich weiter eingetrübt, und auch die Einschätzungen zur aktuellen Geschäftslage zeigten sich häufiger negativ.

Inzwischen steigt die Unsicherheit unter Selbstständigen: 38,8 Prozent der Befragten gaben an, die künftige Geschäftsentwicklung im aktuellen wirtschaftlichen Umfeld schwer einschätzen zu können, nach 36,4 Prozent im März. Diese wachsende Unklarheit hängt eng mit der Auftragslage und der zurückhaltenden Nachfrage zusammen.

Nach dem Schritt forderte der Verband der Gründer und Selbstständigen Deutschland (VGSD) als Reaktion auf die Umfrageergebnisse politische Maßnahmen zur kurzfristigen Entlastung. Das Ifo-Institut erhebt den Indikator monatlich in Zusammenarbeit mit einem Softwareunternehmen und befragt dafür rund 1.800 Solo-Selbstständige sowie Kleinstunternehmen mit bis zu neun Mitarbeitenden, wobei der Schwerpunkt auf dem Dienstleistungssektor liegt.