Indien und Südkorea bestätigen Ausbau wirtschaftlicher Zusammenarbeit – Umsetzung stockt
Modi und Präsident Lee bekräftigen das Ziel von 50 Milliarden US‑Dollar Handel bis 2030; Investitionen in Energie, Halbleiter und Schiffbau stocken wegen praktischer Hindernisse.
- Das Bilanzziel von 50 Mrd. Dollar bis 2030 bleibt ehrgeizig
- zwischen 2018 und 2025 wuchs der Handel im Schnitt nur um rund 3 Prozent jährlich.
Nach Angaben indischer und südkoreanischer Regierungsvertreter haben Premierminister Narendra Modi und Präsident Lee Jae Myung das gemeinsame Ziel bestätigt, den bilateralen Handel bis 2030 auf 50 Milliarden US‑Dollar zu steigern. Dieses Ziel war erstmals 2018 formuliert worden; im Geschäftsjahr bis März 2025 belief sich das Handelsvolumen auf 26,89 Milliarden Dollar. Die Staats- und Regierungschefs beschrieben die angestrebte Vertiefung als Übergang von einer vertrauensbasierten zu einer ‚futuristischen‘ Partnerschaft, die Supply‑Chain‑Sicherheit einschließt.
Im Mittelpunkt der Vereinbarungen stehen technologieintensive Sektoren wie Halbleiter, künstliche Intelligenz und Elektrofahrzeuge sowie energiebezogene Projekte. Beide Seiten nannten zudem den Schiffbau als möglichen Wachstumsbereich. Geplant sind verstärkte Kooperationen bei Investitionen und gemeinsamen Projekten, um technologische Kompetenzen zusammenzuführen und Lieferketten resilienter zu gestalten.
Zugleich zeigen die Zahlen, dass die Umsetzung hinter den Ambitionen zurückbleibt: Zwischen 2018 und 2025 wuchs der bilaterale Handel nur mit einer durchschnittlichen jährlichen Rate von rund drei Prozent. Experten führen diese Schwäche auf praktische Hindernisse zurück, darunter politische Unsicherheiten, Verzögerungen bei Infrastrukturprojekten sowie komplizierte Regulierungsprozesse, die potenzielle Investoren abschrecken und Zeitpläne verlängern.
Daneben illustrieren konkrete Fälle die Schwierigkeiten: Der langjährige POSCO‑Plan in Indien geriet wegen Landakquisitionen und administrativer Hürden ins Stocken und wurde schließlich aufgegeben; eine neue Initiative sieht nunmehr eine Kooperation mit JSW Steel vor, deren Umsetzung bis 2031 geplant ist. Solche Beispiele verdeutlichen, wie rechtliche und operative Probleme große, kapitalintensive Projekte verzögern können.
Gleichzeitig bleiben viele Ankündigungen unverbindlich. Im Schiffbau etwa wurde die Prüfung gemeinsamer Aktivitäten zwischen HD Korea Shipbuilding & Offshore Engineering und dem staatlichen Cochin Shipyard angekündigt, doch konkrete Zusagen zu Investitionsvolumen oder Joint‑Venture‑Strukturen fehlen bislang. Ohne verbindliche Zeitpläne und klare regulatorische Rahmen wird sich das Tempo grenzüberschreitender Kooperationen kaum beschleunigen.
In der Analyse dominiert die Einschätzung, dass das wirtschaftliche Potenzial groß ist, die praktische Realisierung jedoch von regulatorischer und infrastruktureller Verlässlichkeit abhängt. Insbesondere für energieintensive sowie kapitalaufwendige Vorhaben werden politische Berechenbarkeit, effiziente Genehmigungsverfahren und verlässliche Infrastruktur darüber entscheiden, ob Ziele wie das 50‑Milliarden‑Ziel bis 2030 erreicht werden können.