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Irland durch Treibstoffproteste lahmgelegt: Raffinerien blockiert, Tankstellen leer

Bauern, Landmaschinen und Lkw-Fahrer blockieren Raffinerien und Terminals; Regierung setzt Armee in Bereitschaft

JKCM News Redaktion 2 Min Lesezeit
Titelbild: Irland durch Treibstoffproteste lahmgelegt: Raffinerien blockiert, Tankstellen leer
  • Proteste gegen hohe Kraftstoffpreise halten an
  • Premier bezeichnet Blockaden als Sabotage.

Nach Angaben örtlicher Augenzeugen und Medien haben anhaltende Proteste in Irland die Treibstoffversorgung in weiten Teilen des Landes massiv beeinträchtigt. Vornehmlich Landwirte, landwirtschaftliche Auftragnehmer und Straßentransportunternehmer halten seit mehreren Tagen drei der wichtigsten Raffinerien und Terminals besetzt. In der Folge sind an zahlreichen Tankstellen die Zapfsäulen bereits leer; viele Kunden finden keine Versorgung mehr vor.

Im Mittelpunkt der Proteste steht die Empörung über den sprunghaften Anstieg der Kraftstoffpreise seit Ausbruch des Konflikts im Iran. Die Demonstranten fordern ein Treffen mit Regierungsvertretern und beklagen, sie erhielten zu wenig Unterstützung. Anerkannte Branchenverbände wie die Irish Farmers' Association und die Irish Road Haulage Association sind nicht an den Aktionen beteiligt, was die Organisatoren der Blockaden von diesen Verbänden abgrenzt.

Zugleich hat sich der Verkehr in Dublin durch Blockaden auf wichtigen Straßen nahezu festgefahren. Traktoren und Lkw versperren O'Connell Street und weitere zentrale Verkehrsadern, auf Autobahnabschnitten kommt es zu erheblichen Staus und Unterbrechungen. Die Regierung gab bekannt, das Militär in Bereitschaft zu versetzen, um Blockaden an Raffinerien und Terminals notfalls räumen zu lassen; damit soll die Versorgungssicherheit wiederhergestellt werden.

Premierminister Micheál Martin verurteilte die Aktionen scharf und sprach von einem Akt nationaler Sabotage, der angesichts des Preisschocks wenig Sinn ergebe. Bereits im März hatte die Regierung ein Hilfspaket in Höhe von rund 250 Millionen Euro beschlossen, das unter anderem eine Senkung der Verbrauchssteuer auf Benzin und Diesel vorsieht. Finanzminister Simon Harris hatte damals betont, dass flexible Maßnahmen nötig seien, solange die Preise volatil bleiben.

Daneben beobachten Behörden und Marktteilnehmer die Auswirkungen des internationalen Umfelds: Hohe Ölpreise infolge von Einschränkungen der Schifffahrtswege um die Straße von Hormus verschärfen die Lage. Gespräche zwischen Regierungsvertretern und Branchenorganisationen waren für Freitag angesetzt; die Protestierenden haben nach bisherigen Meldungen keine Einladung zu solchen Verhandlungen angenommen.

Insgesamt halten die Blockaden die Energieversorgung und den Verkehr in Atem und stellen die Regierung vor die Herausforderung, kurzfristig Benzin- und Dieselversorgung wiederherzustellen, ohne die politische Lage weiter zu eskalieren. Wie lange die Aktionen andauern und ob Vermittlungsgespräche zu einer schnellen Entschärfung führen, bleibt vorerst offen.