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Kanadier gesteht Versand tödlicher ‚Suizid‑Päckchen‘ an Hunderte Menschen

Kenneth Law gestand in Ontario, Menschen beim Suizid beraten und durch Lieferungen tödlicher Substanzen unterstützt zu haben. Die Anklage zufolge hat er Hunderte Pakete mit gefährlichen Stoffen weltweit versandt.

JKCM News Redaktion 2 Min Lesezeit
Titelbild: Kanadier gesteht Versand tödlicher ‚Suizid‑Päckchen‘ an Hunderte Menschen
  • Law räumte 14 Anklagen wegen Beihilfe zum Suizid ein
  • Ermittler führen 1.209 Sendungen in 41 Ländern auf, darunter zahlreiche Tote im Vereinigten Königreich.

Nach Angaben aus dem Gericht in Newmarket, Ontario, hat sich der 60-jährige Kenneth Law schuldig bekannt, Menschen bei Suiziden beraten oder unterstützt zu haben. Vor Richterin Michelle Fuerst erklärte er, er verstehe die Tragweite seiner Taten und trete freiwillig in sein Geständnis ein. Die Verhandlung fand in einem Saal statt, der von Angehörigen gefüllt war; die Staatsanwaltschaft zog im Zuge des Geständnisses 14 Mordanklagen zurück.

Im Mittelpunkt der Anklage stehen Lieferungen tödlicher Stoffe und begleitende Gebrauchsanweisungen. Law habe über mehrere Webseiten Produkte angeboten, die als Industrie‑Lebensmittelzubehör getarnt worden seien, und zugleich silberne Päckchen mit Warnhinweisen sowie detaillierten Anleitungen versandt. Ermittler führten aus, dass er 1.209 Sendungen in 41 Länder geschickt habe; den größten Anteil der Lieferungen führen sie in das Vereinigte Königreich und in die Vereinigten Staaten zurück.

Zugleich bestätigte das Gericht, dass die von Law verschickten Substanzen in 79 dokumentierten Fällen zum Tod von Menschen im Vereinigten Königreich geführt hätten. In Ontario habe er die Verantwortung für 14 Todesfälle übernommen; die betroffenen Opfer waren demnach zwischen 16 und 36 Jahre alt. Die Staatsanwaltschaft legte dem Gericht eine mehr als 60 Seiten umfassende Sachverhaltsdarstellung vor, in der Notrufe und Schilderungen einzelner Todesfälle genannt wurden.

Daneben löste das Geständnis heftige Reaktionen von Hinterbliebenen aus. Angehörige zweier kanadischer Opfer bezeichneten das Ergebnis vor Gericht sowie den Verzicht auf Mordanklagen als unzureichend und forderten schärfere Regeln gegen Plattformen, die suizidale Inhalte ermöglichen und den Vertrieb gefährlicher Substanzen dulden. Familien in Großbritannien erneuerten ihre Forderung nach weitergehenden Untersuchungen und politischen Konsequenzen.

Strafzumessung ist für September angesetzt. Bei seiner Festnahme waren Angaben zufolge rund 296.981 kanadische Dollar auf Konten gebündelt, die Law über Shop‑ und Zahlungsdienste geführt hatte. Die Akte des Falls wirft grundsätzliche Fragen zur Regulierung von Internet‑Marktplätzen und zur Erkennung von Angeboten auf, die lebensgefährliche Produkte an besonders gefährdete Personen vertreiben.