Kanadische Mutter nach fast dreiwöchiger Haft in texanischen ICE‑Zentren freigelassen
Tania Warner und ihre siebenjährige Tochter Ayla wurden in McAllen und später in Dilley festgehalten; Menschenrechtsgruppen berichten von systematischen Missständen in Dilley.
Nach Angaben der Betroffenen wurden Tania Warner und ihre siebenjährige Tochter Ayla nach knapp drei Wochen Haft durch US‑Immigration and Customs Enforcement (ICE) aus texanischen Einrichtungen entlassen. Die Kanadierin war am 14. März an einem Grenzkontrollpunkt in Sarita angehalten worden; zunächst kamen Mutter und Tochter in das Rio Grande Valley Central Processing Center in McAllen und wurden später in das Familienhaftzentrum in Dilley verlegt.
Im Mittelpunkt von Warners Darstellung stehen schwere Mängel in Dilley: Sie beklagt unzureichende medizinische Betreuung, schlechte Nahrungsversorgung und Hygieneprobleme. Während ihrer Unterbringung hätten sie und andere Familien wiederholt Druck erlebt, auf Asylansprüche zu verzichten; Warner schildert ferner, dass viele länger als gesetzlich zulässig festgehalten worden seien. Nach ihren Angaben entwickelten sie und ihre Tochter Hautausschläge, die Warner auf aggressive Reinigungsmittel für Haftkleidung zurückführt. Zudem gab es im Februar gemeldete Masernfälle in der Einrichtung.
Nach dem Schritt ihrer Freilassung am 3. April wurde die Familie gegen eine Kaution von 9.500 US‑Dollar auf freien Fuß gesetzt. Warner muss eine Fußfessel tragen und darf sich nur innerhalb eines Radius von 75 Meilen bewegen; regelmäßige Vorsprachen bei ICE sind vorgeschrieben. Parallel dazu läuft weiterhin ein Abschiebeverfahren gegen die Familie, sodass Warner und ihre Tochter mit weiteren Kontrollen und möglichen erneuten Festnahmen rechnen.
Zugleich betont Warner die Solidarität unter den Inhaftierten: Menschen unterschiedlicher Herkunft hätten in Dilley ein Gemeinschaftsgefühl entwickelt, während viele Eltern die ständige Furcht um die Zukunft ihrer Kinder und den fehlenden Zugang zu rechtsstaatlichen Verfahren empfanden. Warner erklärte, sie sorge sich, dass anstehende Termine sie erneut an Kontrollpunkte bringen könnten, an denen eine Festsetzung droht.
Daneben liefert Warner Kontext zu ihrer persönlichen Lage: Sie lebt mit ihrer Familie in Kingsville, Texas, zog 2021 aus British Columbia in die USA, nachdem sie einen US‑Staatsbürger geheiratet hatte, und verfügt nach eigenen Angaben über eine Arbeitserlaubnis bis zum 8. Juni 2030. Die Festnahme erfolgte trotz ihrer Aussage, gültige Dokumente vorweisen zu können; die Familie ringt nun mit den Folgen der Haft und der ungewissen Perspektive in dem laufenden Verfahren.