JKCM News
Startseite
Amerika

Kanadische Mutter, nach Haft in ICE‑Zentren mit Tochter freigelassen, berichtet von schlechten Bedingungen und Angst vor Zurückführung

Tania Warner und ihre siebenjährige Tochter Ayla wurden nach fast drei Wochen in US‑Einwanderungshaft in Texas gegen Kaution freigelassen; sie schildert weit verbreitete Missstände und die anhaltende Überwachung durch ICE.

JKCM News Redaktion 2 Min Lesezeit
Titelbild: Kanadische Mutter, nach Haft in ICE‑Zentren mit Tochter freigelassen, berichtet von schlechten Bedingungen und Angst vor Zurückführung
Warner schildert unsichere und erniedrigende Bedingungen in südtexanischen Haftzentren und die Angst vor erneuter Festnahme trotz gültiger Arbeitserlaubnis.

Nach Angaben der Betroffenen wurden Tania Warner und ihre siebenjährige Tochter Ayla fast drei Wochen lang von US Immigration and Customs Enforcement (ICE) festgehalten, bevor sie Anfang April gegen Kaution freikamen. Zunächst waren sie im Rio Grande Valley Central Processing Center in McAllen untergebracht; am 20. März erfolgte die Verlegung in das Dilley‑Aufnahmezentrum.

Im Mittelpunkt ihrer Darstellung stehen erbärmliche Hygiene- und Gesundheitsbedingungen in Dilley. Warner, die aus British Columbia stammt und seit 2021 in Texas lebt, beklagt mangelnde medizinische Versorgung, unzureichende Verpflegung und fehlende Hygieneartikel. Sowohl sie als auch ihre Tochter hätten während der Haft einen anhaltenden Hautausschlag entwickelt, den Warner auf aggressive Reinigungsmittel und den kaum vorhandenen Wechsel von Kleidung zurückführt.

Zugleich betont Warner den Zusammenhalt unter den Inhaftierten: Familien aus Venezuela, Ägypten, El Salvador, Russland und weiteren Ländern hätten trotz Sprachbarrieren Gemeinschaft gebildet. Viele von ihnen, so Warner, hätten keine Straftat begangen, seien aber dennoch von verschärften Einwanderungsmaßnahmen erfasst worden. Sie schildert außerdem anhaltenden Druck durch Sicherheitskräfte, etwa Aufforderungen, die eigene Rückkehr in das Herkunftsland zu akzeptieren.

Die Freilassung erfolgte am 3. April gegen eine Kaution von 9.500 US‑Dollar. Warner legte ein Foto ihrer Arbeitserlaubnis vor, das bis zum 8. Juni 2030 gültig ist; dennoch sieht sich die Familie weiterhin der Androhung einer Abschiebung ausgesetzt. Als Auflagen muss Warner eine Fußfessel tragen, darf ihren Wohnort um maximal 75 Meilen verlassen und hat regelmäßige Meldepflichten bei ICE.

Daneben belastet die Aussicht auf weitere Kontrollen den Alltag der Familie. Für den 16. April ist ein Termin bei einem Bond‑Officer in Harlingen angesetzt; Warner und ihre Tochter müssen hierfür an einem Grenzkontrollpunkt vorfahren, was bei ihr Ängste vor einer möglichen Wiederinhaftierung auslöst. Sie beschreibt die Erfahrung der Inhaftierung als prägend und schmerzhaft, insbesondere für die Kinder.

Inzwischen verweisen Berichte von Menschenrechtsorganisationen auf wiederkehrende Missstände in Dilley, darunter lang andauernde Inhaftierungen von Familien, Druck zur Aufgabe von Asylanträgen und Bedrohungen durch mögliche Familientrennungen. Warner hebt hervor, dass viele Eltern vor ihrer Inhaftierung beruflich qualifiziert waren und nun einfache Tätigkeiten ausüben mussten, um ihre Kinder zu versorgen; die Haft habe diese Lebensrealität zusätzlich verschärft.