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Kevin Warsh als Fed‑Vorsitzender vereidigt – Amtseinführung inmitten wachsender Kritik an Trumps Wirtschaftspolitik

Der frühere Wall‑Street‑Banker übernimmt die Leitung der Federal Reserve nach Trumps Nominierung. Beobachter sehen Spannungen zwischen dem Bekenntnis zur Unabhängigkeit und dem politischen Druck aus dem Weißen Haus.

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Titelbild: Kevin Warsh als Fed‑Vorsitzender vereidigt – Amtseinführung inmitten wachsender Kritik an Trumps Wirtschaftspolitik
  • Warsh versprach eine «reformorientierte» Fed
  • Kritiker zweifeln an seiner Unabhängigkeit und verweisen auf Äußerungen während der Senatsanhörung.

Nach Angaben aus Washington wurde Kevin Warsh am 22. Mai 2026 als Vorsitzender der US‑Notenbank vereidigt. Die Zeremonie im East Room des Weißen Hauses zog zahlreiche prominente Gäste an, darunter Richter Brett Kavanaugh, der frühere Vizepräsident Dan Quayle und die ehemalige Außenministerin Condoleezza Rice. Die Amtseinführung nahm Supreme‑Court‑Justice Clarence Thomas vor; Warshs Frau Jane Lauder hielt die Bibel.

Im Mittelpunkt der Ansprache des neuen Fed‑Chefs stand das Versprechen einer «reformorientierten Federal Reserve». Warsh kündigte an, Inflation zu senken, das Wachstum zu stärken und die Reallöhne zu erhöhen. Er betonte damit die Ziele, die die Geldpolitik in den kommenden Monaten prägen sollen.

Nach dem Schritt, Präsident Trumps Nominierung anzunehmen, steht Warsh jedoch unter massivem politischem Druck. Trump hatte ihn öffentlich gelobt, zugleich aber die Notenbank nachdrücklich zu Zinssenkungen gedrängt. Zwar forderte der Präsident Warsh auf, unabhängig zu handeln; diese Aufforderung wurde durch wiederholte Kritik Trumps an früheren Fed‑Entscheidungen relativiert.

Gleichzeitig sorgen Aussagen aus Warshs Anhörung vor dem Senat für zusätzliche Kontroversen. Dort erklärte er, die Unabhängigkeit der Fed wahren zu wollen, verweigerte jedoch Antworten auf Fragen zur Präsidentschaftswahl 2020, was bei führenden Demokraten scharfe Kritik auslöste. Senatorin Elizabeth Warren meinte, Warsh beginne sein Amt mit beschädigter Glaubwürdigkeit und könne politischem Druck ausgesetzt sein.

Zugleich fällt die Vereidigung in eine Phase wirtschaftlicher Belastungen für viele US‑Haushalte. Höhere Treibstoffpreise und eine im April gemeldete Inflationsrate von 3,8 Prozent verstärken die Erwartungen an die neue Führung der Notenbank, die zwischen Inflationsbekämpfung und Wachstumsförderung abwägen muss. Diese wirtschaftlichen Rahmenbedingungen dürften die Debatte über die Unabhängigkeit und Ausrichtung der Fed in den kommenden Wochen prägen.